Elastische Zeit

Ingo Giezendanner, «DESIGN (vorher & nachher)», Schwarzweiss-Trickfilm mit Ton, produziert in Zusammenarbeit mit SF DRS, Redaktion Sternstunden; Courtesy Ingo Giezendanner & Freymond-Guth & Co, Zürich
Ingo Giezendanner, «DESIGN (vorher & nachher)», Schwarzweiss-Trickfilm mit Ton, produziert in Zusammenarbeit mit SF DRS, Redaktion Sternstunden; Courtesy Ingo Giezendanner & Freymond-Guth & Co, Zürich
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Elastische Zeit / Elastic Times 2007; Ingo Giezendanner, «DESIGN (vorher & nachher)», Schwarzweiss-Trickfilm mit Ton, produziert in Zusammenarbeit mit SF DRS, Redaktion Sternstunden; Courtesy Ingo Giezendanner & Freymond-Guth & Co, Zürich

ELASTISCHE ZEIT

ELASTIC TIMES

Frühlingsausstellung

3. März bis 6. Mai 2007

Kunstschaffende der Ausstellung: Eva Baumann (Bern), Christian Denzler (Bern/Brüssel), Ingo Giezendanner (Zürich), Pia Gisler (Basel), San Keller (Zürich), LABOR (Basel), Angelo Lüdin (Basel), Irene Maag (Basel), Nils Nova (Luzern), Hildegard Spielhofer (Basel), Beat Streuli (Düsseldorf/Brüssel), Kris Vleeschouwer (Brüssel), Martina Weber (Basel, St. Gallen)
sowie ausgewählten Werken aus der Frey-Näpflin-Stiftung, Stansstad und der Kantonalen Kunst- und Kulturgutsammlung Uri

Zeitmanagement, Zeitdruck, Zeitmangel – Begriffe, die heutzutage in aller Munde sind. Kaum erstaunlich daher, dass das Thema «Zeit» in philosophischen Essays, wissenschaftlichen Untersuchungen und populären Lebensratgebern immer wieder präsent ist. In der bildenden Kunst nun spielt die Zeit und das Denken darüber eine nicht weniger wichtige Rolle. Kunstschaffende manipulieren unsere Wahrnehmung von Zeit: sie dehnen oder komprimieren sie, inszenieren Zeitsprünge oder verdichten erlebte Zeit zu sichtbarer Erinnerung. Zeit wird elastisch.

Die thematische Gruppenausstellung mit dem Titel «ELASTISCHE ZEIT / ELASTIC TIME» versammelt Kunstschaffende unterschiedlicher Generationen, welche die Besucher gewissermassen auf eine «recherche du temps élastique» mitnehmen. Darunter fallen so renommierte Kunstschaffende wie Beat Streuli, San Keller und Angelo Lüdin, aber auch aufstrebende Künstler wie Eva Baumann, Kris Vleeschouwer, Ingo Giezendanner und Irene Maag, um nur einige zu nennen. Einen weiteren Aspekt erhält die Ausstellung durch die Integration von ausgewählten Werken aus zwei zentralschweizer Kunstsammlungen. Die zeitgenössische Kunst wird mit historischen Gemälden konfrontiert, die selber das Thema der Zeit beinhalten.

Parallel:
«Digitaler Dachstock #3 / Digital Art Space #3»
«Grosse Gefühle»
3. März bis 1. April 2007, Kuratorin: Elke Kania, Köln
mit Unterstützung von Sitemapping.ch/Bundesamt für Kultur, Bern

Pia Gisler «Wartehaus I», 2000/2003, Holz, Plättli, 2 Stühle; Courtesy Pia Gisler
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Elastische Zeit / Elastic Times 2007; Pia Gisler «Wartehaus I», 2000/2003, Holz, Plättli, 2 Stühle; Courtesy Pia Gisler
Hildegard Spielhofer, «Ich habe mir meine Erinnerung zerstört», Tape 1-22, 1996, Objekt aus geflochtenen Videobändern; Courtesy Hildegard Spielhofer
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Elastische Zeit / Elastic Times 2007; Hildegard Spielhofer, «Ich habe mir meine Erinnerung zerstört», Tape 1-22, 1996, Objekt aus geflochtenen Videobändern; Courtesy Hildegard Spielhofer

Performance in Progress

Victorine Müller, Performance «Narwal» im haus für Kunst Uri, 20.10.2006, Foto: Michael Lio; courtesy V. Müller
Victorine Müller, Performance «Narwal» im haus für Kunst Uri, 20.10.2006, Foto: Michael Lio; courtesy V. Müller
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Performance in Progress 2006; Victorine Müller, Performance «Narwal» im haus für Kunst Uri, 20.10.2006, Foto: Michael Lio; courtesy V. Müller

PERFORMANCE IN PROGRESS

Herbstausstellung

21. Oktober bis 17. Dezember 2006

Kunstschaffende der Ausstellung: Victorine Müller, Markus Gössi, Regula Michell / Meret Wandeler, Dokumentarfilm von Marc Schwarz

Zwischen flüchtigem Live-Ereignis und dauerhafter Installation

«Was bleibt von einer flüchtigen Performance?» fragt diese thematische Gruppenausstellung, die neue Projekte von Schweizer Kunstschaffenden zeigt, welche sich im Spannungsfeld von Live-Ereignis und dauerhafter Installation bewegen. Einige davon, u.a. «Narwal» von Victorine Müller (geb. 1961, Grenchen, lebt in Zürich) und eine Arbeit des Performancekünstlers Markus Gössi (geb. 1966, Frauenfeld, lebt in Basel), werden eigens für die Altdorfer Ausstellungsräume konzipiert. Zu Gast sein werden auch Meret Wandeler (geb. 1967, lebt in Zürich) und Regula Michell (geb. 1960, lebt in Zürich) mit ihrem «Häkelobjekt», einem auf zehn Jahre angelegten kollaborativen Häkelprojekt.

Erstmals wagt das HAUS FÜR KUNST URI das Experiment, eine am Anfang noch unvollständige Ausstellung zu eröffnen − eine «Exhibition in Progress» also −, die sich nach und nach vervollständigt.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Videofilm mit zahreichen Künstler-Interviews, realisiert von Marc Schwarz (geb. 1967, lebt in Zürich) anlässlich des «Live Art»-Festivals 2004. An diesem Performance-Grossereignis im Zürcher Schulhaus «Im Birch» hatten über zwanzig Kunstschaffende das neu eröffnete Schulhaus 24 Stunden mit Performances und Aktionen bespielt. Der rund einstündige Film des Zürcher Filmemachers Marc Schwarz wird in Altdorf uraufgeführt.

Parallel:
«Digitaler Dachstock #2: Luncheon on the grass», mit Codeflow
Kuratorin: Martina Weber (St. Gallen), 17. August bis 19. November 2006
«Digitaler Dachstock #3»
Kuratorin: Elke Kania (Köln), ab 23. Nov. 2006
mit Unterstützung von Sitemapping/Bundesamt für Kultur (BAK), Bern

Markus Gössi, Performance «Smart Energie» 2006, Foto: Georg Anderhub
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Performance in Progress 2006; Markus Gössi, Performance «Smart Energie» 2006, Foto: Georg Anderhub
Regula Michell / Meret Wandeler, «Häkelobjekt», 2006; courtesy Regula Michell / Meret Wandeler
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Performance in Progress 2006; Regula Michell / Meret Wandeler, «Häkelobjekt», 2006; courtesy Regula Michell / Meret Wandeler

Reiz & Risiko

Melanie Bonajo, «Pearl in the Pain», 2005; Courtesy Galerie Staubkohler, Zürich
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Ausstellungsflyer Haus für Kunst Uri - Reiz & Risiko / Risk & Allure 2006; Melanie Bonajo, «Pearl in the Pain», 2005; Courtesy Galerie Staubkohler, Zürich

REIZ & RISIKO

RISK & ALLURE

Sommerausstellung

8. Juli bis 24. September 2006

Kunstschaffende der Ausstellung: Mit Matt Calderwood (GB), Teresa Chen (CH), Frederik Foert (D), Yanick Fournier (CH), Franziska Furrer (CH), Bernhard Huwiler (CH), Julia Kälin (CH), Andreas Kohler (D), Oleg Kulik (RU), Reto Leibundgut (CH), Monika Oechsler (D/GB), Irina Polin (CH/RU), Projekt Hautnah/Ursula Pfister (CH), Nadin Rüfenacht (CH), Judith Schönenberger (CH), Ene-Liis Semper (Estonia), Patricia Waller (D), David Willen (CH)

Kunstschaffende gehen Risiken ein, denn sie setzen häufig auf Ungewohntes und Sperriges oder gehen auf eigenwillige Art mit Reizen um. Der Kunst und dem Kunst-machen kommt so eine eigentümliche Ambivalenz zu. Kunst meint Anziehung und Abstossung, ist schön und gleichzeitig Irritation. Die Kunst liebt es, herauszufordern, an Grenzen zu gehen, sich und andere Gefahren auszusetzen.
Diese Doppeldeutigkeit der Kunst wird oft als blose Provokation gelesen. Es ist jedoch nicht die Absicht der Künstler um des Schockierens Willen zu schockieren. Vielmehr versuchen sie die Ambivalenz, die den Dingen innewohnt darzustellen und reflektieren die Reize und Risiken unserer heutigen Gesellschaft. Kurz, es geht um die zwei Seiten der Medaille, die man überall antrifft, sei es in der Natur, der Kunst, dem Sport, der Politik, der Geschäftswelt, ja im Leben ganz allgemein. Gerade in einer Gesellschaft wie der unseren, die den Reiz und das Risiko ganz gezielt sucht.
Diese Ausstellung konfrontiert uns mit Dingen wie der Doppeldeutigkeit der Kunst, dem Reiz und Risiko des Kunstmachens, den zwei Seiten der Sexualität, der Ambivalenz des Individuums in einer risikoreichen Gesellschaft. Dabei ist das künstlerische Vorgehen manchmal sehr direkt und emotional, aber auch ganz leise und ironisch.

Begleitpublikation

Parallel:
«Digitaler Dachstock #2», mit Codeflow
17. August bis Mitte November 2006
Kuratorin: Martina Weber, mit Unterstützung von Sitemapping/Bundesamt für Kultur (BAK), Bern

Yanick Fournier während seiner «Superman»-Performance
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Reiz Risiko / Risk & Allure 2006; Yanick Fournier während seiner «Superman»-Performance
Nadin Rüfenacht, «Helden», aus der Serie «Nature Morte», 2005, Lambda Prints auf Alu, 125 x 100,5 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Reiz & Risiko / Risk & Allure 2006; Nadin Rüfenacht, «Helden», aus der Serie «Nature Morte», 2005, Lambda Prints auf Alu, 125 x 100,5 cm