Mythos Kindheit

Andrea Muheim, «Miro und Tizia», Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm, 2005

Vernissage
6. März 2009, 19 Uhr

Am Anfang sind alle Kind.

Dieser Lebensabschnitt, der dem Erwachsenen später nur noch in wenigen Erinnerungen zugänglich ist, wird im Rückblick zum rätselhaften Ort seines Schicksals, zum Mythos.

Wenn wir über die Kindheit nachdenken, tun sich viele Rätsel auf: Wie fühlt sich Kindheit an, wie entdeckt das Kind die Welt, wie macht es sich diese zu eigen? Die Sicht des Kindes auf die Welt ist für den Erwachsenen prinzipiell unzugänglich, aber wahrscheinlich gerade deshalb so faszinierend.

Kindheit ist kein fest definierter Begriff. Gebräuchlicherweise bezeichnet er in der westlichen Welt den Lebensabschnitt der menschlichen Entwicklung zwischen dem Kleinkindalter (ab dem 2. Lebensjahr) und der Pubertät (ca. ab dem 12. Lebensjahr).

In dieser Zeit ist das Kind von einer einzigartigen Lernfähigkeit. Trotz seiner Abhängigkeit vom Erwachsenen lernt es selbständig Bewegungsabläufe zu koordinieren, reelle Bedürfnisse und abstrakte Ideen zu formulieren und sich in die Gesellschaft, die es umgibt, einzufügen. Kindheit wird vorwiegend durch soziale und kulturelle Faktoren bestimmt und von jedem Menschen individuell erlebt und erinnert.

Dies ist mit ein Grund, warum sich unter dem Begriff Kindheit vielfältige, zum Teil gegensätzliche Assoziationen versammeln, wie zum Beispiel: Unschuld, Reinheit und Paradies, aber auch Angst, Hilflosigkeit und Versagen.

Das Motiv des Kindes und der Kindheit als mythischer und utopischer Ort dient in der Kunst als Feld der Selbstvergewisserung. Die Ausstellung „Mythos Kindheit“ versucht weder den Begriff Kindheit unter historischen Gesichtspunkten zu untersuchen noch sozialkritische Fragen aufzugreifen, sondern beschäftigt sich mit der Art und Weise, in der zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler das Thema Kindheit aufgreifen, reflektieren und veranschaulichen.

In der Ausstellung befassen sich internationale KünstlerInnen in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Installation, Plastik, Video und Fotografie mit Kindheitserinnerungen, der Entdeckung des Ichs, der Aneignung der Welt, aber auch mit der Schöpfung von neuen, eigenen Welten. Jedes der präsentierten Werke vermittelt dank seiner eigenen Ausdrucksform einen persönlichen, künstlerisch-kritischen Beitrag zum Thema.

Kuratiert von Andrea Holzherr, Magnum Photos, Paris, und Barbara Zürcher, Direktorin HAUS FÜR KUNST URI.

KünstlerInnen
Sergey Bratkov
Elina Brotherus & Hanna Brotherus & Lauri Astala
Maïder Fortuné
Cao Guimarães
Sunil Gupta
Charlotte Gyllenhammar
Michael Kalmbach
Fabrice Langlade
Andrea Muheim
Peter Neuchs
Iris Sara Schiller
Yves Tremorin
Hans Witschi

Hörstation
Ich gsee eppis, wo dü nid gseesch …

Anschliessend wird diese Ausstellung vom 30. Mai bis 26. Juli 2009 in der KUNSTHALLE CCA in Andratx, Mallorca (ESP) gezeigt.

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