Max Grüter

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*1955 Langnau am Albis
Aufgewachsen in Horgen am Zürichsee
1971 Vorkurs Kunstgewerbeschule Zürich
72-76 Ausbildung zum Grafiker

Mitte der 90er Jahre wendet sich Max Grüter von Leinwand, Farbe und Modelliermasse ab, um sich einer für ihn charakteristisch gewordenen Computerkunst zuzuwenden. In seiner Arbeit mit digitalen Gestaltungsmitteln fokussiert der Künstler alle traditionellen Medien: Malerei, Zeichnung, Plastik, Installation und animierte Kurzvideos. Seine Werke sind nicht etwa Manipulationen mit dem Photoshop, sondern reine Konstruktionen: ein minutiöses polygonales Modellieren von Kanten und Flächen.

Max Grüter kokettiert mit herkömmlichen Vorstellungen von «natürlich» und «künstlich» – seine Bildwelten hintertreiben subversiv die Vorstellung von Identität: Das Individuum wird zum Typus seiner selbst. Seine digitalen Schöpfungen leben nicht von der Verfremdung eines vertrauten Gegenstandes in neuem Kontext, sondern von der Metamorphose zu etwas Neuem. Es ist nicht die intellektuelle Verrätselung, die einen anzieht, sondern ein atmosphärisches Geheimnis, das seinen Objekten und Installationen zu Eigen ist. Vieldeutig und der Analyse manchmal schwer zugänglich, führen seine Arbeiten die Betrachtenden in eine offene, unsichere Sphäre zwischen Begriffen wie Oberflächlichkeit und Ernst, Offenheit und verborgenem Sinn, Technik und Poesie, Feingefühl und Direktheit.

Max Grüter arbeitet prozessual. Für seine «freidimensionalen» Kunst(er)findungen schöpft er aus dem unermesslichen ikonografischen Reservoir des kollektiven Gedächtnisses. Mit «The Bunnymen Collection» hat er einen neuen Prototypen geschaffen, der von kommerziell und klischeehaft eingefärbten Erinnerungswelten genährt wird. Bekannte, festgefahrene Bildvor-stellungen werden benutzt, um daraus eine Kunstfigur zu schaffen. Hinterhältig eingenistete Trivialitäten werden in ironisch-tiefsinnige Mutationen überführt. Der Begriff Bunny suggeriert vordergründig zuerst einmal den Hasen, wie sie die Inhalte von Herrenzeitschriften à la Playboy bestimmen, oder die Boxenstrassen der Formel 1 zieren. In der harmloseren Variante denkt man an die Trickfilmfigur Bugs Bunny. Die Bunnymen Collection kommt in grosser Auflage und in unterschiedlichen Techniken daher. Sie erscheint als Kunststoffabguss genau so wie als virtuelle Figur am Bildschirm, als Druck auf T-Shirts oder als gewöhnliche Druckgrafik.

Einzelausstellungen
2014 „Der Rest ist Mensch“: Kunstraum KioskTabak, Zürich
2012 „Erdtaucher“, „Kosmonautenherz“: Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf (DE)
2010 “Par acciden”: Les Halles, Porrentruy “Very Contempo – Rary”: Galerie Stephan Witschi, Zürich
2009 „Max Grüter“: Gluri Suter Huus, Wettingen,
2008 „ACHTUNG FIGURATIV“: Haus für Kunst Uri, Altdorf
2007 „TEASE Art Fair Köln“
2006 „ACHTUNG FIGURATIV”: Galerie K12, Bregenz
2005 „FREIDIMENSIONAL / Obdachlose Erinnerungen“: Galerie Stephan Witschi Zürich
2003 „My Private Space Program“: AAAS (American Association for the Advancement of Science), Washington
2001 „EVA 2“: Galerie Schedler, Zürich
2000 „EVA“ (extravehicular activity): Galerie Schedler, Zürich
1998 „Vorgefertigt“: IG-Halle, Rapperswil
1997 „Vorgefertigt“: Grey GmbH & CO KG, Düsseldorf
1995 „Freidimensional“: Galerie Andy Jllien, Zürich
1993 Galerie Andy Jllien, Zürich
1992 Theater Ticino, Wädenswil
1988 Galerie West, Zürich

www.grueter.com
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/london-meets-altdorf/
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/dall-altra-parte-d1/
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/am-schonsten-ist-das-gleichgewicht-kurz-bevor-s-zusammenbricht-fischli-weiss/
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/max-gruter-achtung-figurativ-d1/
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/tierisch-wenn-der-mensch-auf-den-hund-kommt/

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Max Grüter, Erdtaucher, 2012/2016, ©F.X.Brun
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