Edition 5 Erstfeld

Edition_5_Ausstellung3
Edition_5_Ausstellung3
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Edition 5 Erstfeld 2010; Grosser Saal

Sommerausstellung

12. Juni bis 22. August 2010

1/5 Multiples nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler
Eine Privatsammlung öffentlich

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag

Eine Sammlung begründen und betreiben ist eine Passion – sie prägt eine Biografie. Die Sammlung von Ruth und Jürg Nyffeler aus Erstfeld, Kanton Uri, ist eine besondere, denn das Ehepaar kauft nicht zeitgenössische Kunst im klassischen Sinn, vielmehr produzieren sie gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern ihrer Wahl Multiples in einer limitierten Auflage von genau 5: Nummer 1 kauft die Sammlung Ruth und Jürg Nyffeler, die verbleibenden 4 wandern in öffentliche oder private Kollektionen. Seit 1994 sind mehr als 150 Editionen entstanden: Es sind Objekte aktueller Kunst von über 90 Künstlerinnen und Künstlern, durch die die Produzenten dem Entwurfs- und dem Entscheidungsprozess der Kunstschaffenden nahe sein wollen und die Lust an der Auseinandersetzung suchen.
In 16 Jahren haben sich Netzwerke und persönliche Beziehungen zwischen Kunstschaffenden, Sammlern und Kuratoren gebildet. Die Objekte nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler geben einen beachtlichen Einblick in eine persönliche Zeitreise durch die Gegenwartskunst. Die Ausstellung zeigt die experimentierfreudige Auswahl von poetischen Erzählungen, eigensinnigen Kommentaren und kraftvollen Herausforderungen, die in dieser Privatsammlung eine vielsprachige Verbindung eingehen.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag edition pudelundpinscher, Erstfeld, die gleichnamige Publikation.
120 Seiten, gebunden, CHF 44, mit Texten von:
Michael Donhauser, Klaus Merz, Irene Müller, Stephan Kunz, Barbara Zürcher

Der Vorraum des Danioth Pavillons wird in die Ausstellung des Urner Sammlerehepaars Nyffeler miteinbezogen, im grossen Raum wird die Heinrich-Danioth-Ausstellung marginal umgehängt.
Bergbilder von Heinrich Danioth im Dialog mit der Edition 5 Erstfeld

Kunstschaffende der Ausstellung: Emmanuelle Antille, Ian Anüll, Pierre Ardouvin, John Armleder, Caroline Bachmann, Stefan Banz, Francis Baudevin, Rudolf Blättler, André Bless, Hannes Bossert, Heinz Brand, Maya Bringolf, Christoph Büchel, Max Bühlmann, Carola Bürgi, Valentin Carron, Crotti/Manz, Claudia Di Gallo, Joseph Egan, Anton Egloff, Shahram Entekhabi, Ayşe Erkmen, Robert Estermann, Franz Fedier, Sonja Feldmeier, Karsten Födinger, Urs Frei, Franziska Furrer, Daniel Göttin, Stefan Gritsch, Monika Günther, Fabrice Gygi, Heiri Häfliger, Georg Herold, huber.huber, Leiko Ikemura, Nicole Kaestli, Tadashi Kawamata, San Keller, Hans-Peter Kistler, KLAT, Vincent Kohler, Lang/Baumann, Niklaus Lenherr, Renée Levi, Ingeborg Lüscher, Jean-Luc Manz, Vera Marke, Hugo Markl, Rémy Markowitsch, Markowitsch/von Matt, Muda Mathis, Matthew McCaslin, Miquel Mont, Olivier Mosset, Andrea Muheim, Barbara Mühlefluh, Thomas Müllenbach, müller-emil, Fritz Müller, Johanna Näf, Ulrike Nattermüller, Edit Oderbolz, Mai-Thu Perret, Vaclav Pozarek, Gert Rappenecker, RELAX, Chantal Romani, Ugo Rondinone, Maya Roos, Anila Rubiku, Christoph Rütimann, Karin Sander, Claude Sandoz, Anina Schenker, Katja Schenker, Adrian Schiess, Markus Schwander, Anatoly Shuravlev, Roman Signer, Kurt Sigrist, Henri Spaeti, Adriana Stadler, Ingeborg Strobl, Hugo Suter, Morgane Tschiember, Thomas Virnich, Philipp von Matt, Aldo Walker, Franz Wanner, Peter Willen, Rolf Winnewisser, René Zäch, Maria Zgraggen, Franziska Zumbach

Ausstellungsbilder von F. X. Brun, Zürich/Altdorf

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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Edition 5 Erstfeld 2010; John Armleder
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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Edition 5 Erstfeld 2010; Stefan Banz, Some Grass - Etwas Gras 2000
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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Edition 5 Erstfeld 2010; Muda Mathis, Maria Himmelfahrt 2000, Lang/Baumann, Sport Deluxe 2003

Berge versetzen …

WillySpiller_Eiger_Moench_Jungfrau0177
WillySpiller_Eiger_Moench_Jungfrau0177
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Berge versetzen 2010; Willy Spiller, Mondlicht: Eiger, Mönch und Jungfrau, vom Niesen aus, 02.11.2006, 17:25h, 116 x 160 cm

Frühlingsausstellung

6. März bis 16. Mai 2010

Die Alpenbegeisterung der Gegenwart hat vielfältige Ursachen. Wie eh und je sind diese Gipfel ein Ort unterschiedlichster Projektionen und Sehnsüchte; sie haben Heilsfunktion in einer desorientierten Gesellschaft. Das trifft für den gewöhnlichen Touristen genauso zu wie für den eigentlichen Alpinisten, für den Menschen, der ins Innere des Gebirges steigt, genauso wie für den Betrachter von aussen, der das Bild der Alpen aus der Ferne geniesst. Die Faszination, die von den Bergen ausgeht, beruht ganz wesentlich auf dem Ausblick, der sich von ihrer Höhe herab eröffnet. Lange Zeit freilich war das Image der Berge eher ein negatives: Sie bildeten schier unüberwindliche und höchst gefährliche, aber deswegen den Mut, die Kraft und die Abenteuerlust des Menschen herausfordernde Hindernisse. Erst in der Neuzeit wurden sie als Gegenstand der Kunst entdeckt und gestaltet. Francesco Petrarca (1304–1374) gilt als der erste Denker, der allein um des Naturerlebnisses willen einen hohen Berg, den Mont Ventoux, bestieg und in der Tat überwältigt war von dem, was er von dort oben erblickte ­– die Welt lag ihm zu Füssen!

Wie aktuell das Thema ist, wird uns heute mehr und mehr bewusst angesichts folgenschwerer Veränderungen wie etwa des klimabedingten Rückzuges der Gletscher oder immer wieder – und immer häufiger – vorkommender Naturkatastrophen.

Was motiviert zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, sich mit dem Motiv «Berg» auseinanderzusetzen?

Die Gruppenausstellung möchte mit ganz unterschiedlichen Medien (Malerei, Installation, Fotografie und Film) aktuelle Auseinandersetzungen mit dem Thema zeigen.

Im Danioth Pavillon sind thematisch entsprechende Werke aus der Sammlung der Dätwyler Stiftung und einige Leihgaben aus dem Staatsarchiv Uri sowie aus Privatbesitz zu sehen.
Der Danioth Pavillon während der Ausstellung «Berge versetzen …»

Kunstschaffende der Ausstellung: Marie-Theres Amici, Beat Brechbühl, Urs Breitenstein, Nora Dreissigacker, Cäcilia Falk, Elmar Haardt, Uwe Karlsen, Albert Merz, Franca Pedrazzetti, Willy Spiller, Romeo Vendrame, Alex Zwalen
und Abschlussfilme des Studienbereichs Video,  Hochschule Luzern, Design & Kunst: Thaïs Odermatt, Severin Kuhn, Marco Theus

Filmabend (siehe Begleitprogramm)
«Wir da oben in den Bergen. Eine Älpler-Familie im Schächental»
Ein Film von Rita Ziegler
Rita Ziegler

Schweizer Fernsehen: „10 vor 10“
Filmbeitrag

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag

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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Berge versetzen 2010
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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Berge versetzen 2010
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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Berge versetzen 2010

Werk- und Förderungsausstellung 2009

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Werk_und_Foerderungsausstellung_2009_Irene_Elber
Plakat und Flyer Jahresausstellung 2009, Irène Elber

Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth
Jahresausstellung für Urner Künstlerinnen und Künstler

10. bis 27. Dezember 2009

Seit 1982 vergibt die Urner Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth Ausland-Ateliers, das Urner Werkjahr und Förderbeiträge. Kulturschaffende aus dem Kanton Uri werden auch dieses Jahr für ihre Kunst-, Literatur-, Film-, Tanz- und Musikwerke ausgezeichnet. Mit einer öffentlichen Ausstellung im Haus für Kunst Uri zeigt die Stiftung der Bevölkerung jedes Jahr das aktuelle kreative Schaffen. An der Übergabefeier und beim Apéro kommen die Besucherinnen und Besucher in direkten Kontakt mit den Preisträgerinnen und Preisträgern.

Preisübergabe
Samstag, 12. Dezember 2009, 17 Uhr

Begrüssung
Marianne Kuster-Tresch, Präsidentin Danioth-Stiftung

Laudatio
Übergabe der Werk- und Förderungsbeiträge 2009 durch Urs Bugmann, Kulturredaktor NLZ

Grussbotschaft
Durch den Regierungsrat Josef Arnold

Apéro
Offeriert vom Regierungsrat des Kantons Uri
Alle Kunst- und Kulturfreunde sind herzlich eingeladen.

Laudatio von Urs Bugmann

Ausstellungsrundgang
Freitag, 18. Dezember 2009, 18 Uhr,  mit Lotti Etter Kunstvermittlerin des HfK Uri

Franziska Furrer

im Vorraum des Danioth Pavillons

Die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth zeigt im Rahmen der Jahresausstellung erstmals als «Carte blanche» Arbeiten von Franziska Furrer, Altdorf, der im Jahre 2008 das New York-Atelier der Zentralschweizer Kantone zugesprochen wurde. Der Vorraum des Danioth Pavillons soll auch in der Zukunft Atelierstipendiaten eine Plattform bieten ihre Arbeit zu zeigen.

Franziska Furrer

Im Schatten der Pyramiden

Christine Streuli, «Cairo International Airport», 2003, Acryl auf Baumwolle, 140 x 180 cm
Christine Streuli, «Cairo International Airport», 2003, Acryl auf Baumwolle, 140 x 180 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Im Schatten der Pyramiden 2009; Christine Streuli, «Cairo International Airport», 2003, Acryl auf Baumwolle, 140 x 180 cm

Herbstausstellung
20. September bis 29. November 2009

Kunstschaffende aus der Schweiz in Kairo – 19 zeitgenössische Positionen

David Aebi, Bern; Peter Aerschmann, Bern; Eva Afuhs, Zürich; Myriam Arnelas, Zug; Ursula Bachman, Zürich; Nicolas Bourquin, Berlin; Chalet5, Zürich; Jean Crotti & Jean-Luc Manz, Lausanne; Pascale Favre, Genf; Anastasia Katsidis, Luzern; San Keller, Zürich; Reto Leibundgut, Thun; Yves Mettler, Berlin; Christoph Oertli, Basel/Brüssel; Marianne Rinderknecht, St. Gallen; Lisa Schiess, Zürich; Christine Streuli, Berlin; Ingrid Wildi & Mauricio Gajardo, Genf; Zobrist/Waeckerlin, Zürich

Kairo ist für Kunstschaffende aus der Schweiz der einzige Stützpunkt der Schweizer Kulturförderung im arabischen Raum. Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia betreibt seit 1988 in Kairo eine ihrer ersten Aussenstellen und ein Artist-in-Residence-Programm. Parallel dazu unterhält die Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK) seit 1991 drei Wohn- und Atelierplätze. Die 17 Mitgliedstädte der KSK vergeben in einem halbjährlichen Turnus drei Atelierstipendien an Kulturschaffende aller Sparten. Eine beachtliche Anzahl von alleine rund 150 Kunstschaffenden aus dem Bereich Bildender Kunst konnte in den letzten 20 Jahren dank Pro Helvetia und KSK einen Aufenthalt in Ägypten verbringen.

«Im Schatten der Pyramiden» vereinigt erstmals eine derart grosse Auswahl an Werken von Künstler/-innen aus der Schweiz, die in Kairo weilten und deren Arbeiten dort ihren Ursprung haben. Die Werke beinhalten unterschiedlichste Themen und umfassen eine breite Palette von Medien: Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, mixed Media, Objekte, Installation und Performance. Sie zeugen von den vielfältigen künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem fremden arabischen bzw. islamischen Kontext, dem andere Wertvorstellungen  und andere ästhetische Richtlinien zugrunde liegen.

Das Ausstellungsprojekt fragt nach den Resultaten dieser Aufenthalte und will die nachhaltige Bedeutung von Reisen, Projekt- und Atelieraufenthalten im Ausland für Kunstschaffende darlegen. Damit verdeutlicht es auf einer kulturpolitischen Ebene, wie wichtig die Finanzierung solcher Auslandaufenthalte im Rahmen der Förderung zeitgenössischer Kunst ist.

Ferner möchte die Ausstellung eine vermittelnde Brückenfunktion einnehmen und einen Beitrag zum Dialog zwischen Okzident und Orient leisten. Dies scheint aufgrund der weit verbreiteten negativen Vorurteile und der kollektiven Angst gegenüber der arabischen bzw. islamischen Welt umso dringlicher zu sein. Diese Angst hat nach den Terroranschlägen von 9/11 ein bisher nicht gekanntes Ausmass angenommen.

Nicht zuletzt reagiert das Projekt rechtzeitig zum Baubeginn des Luxusresortprojekts von Samih Sawiris in Andermatt auf ein regionales Politikum, das weit über die Grenzen des Kantons Uri hinaus für Aufsehen sorgt. Der Investor ist wie eine Figur aus den fantastischen Geschichten von 1001 Nacht in Uri aufgetaucht und zum wundersamen Retter des Kantons avanciert. Das Publikum wird eingeladen, mittels der ausgestellten Werke einen ungewöhnlichen Einblick in Sawiris Herkunftsland zu nehmen – jenseits touristischer Klischees.

Kuratiert von: Dr. Bruno Z’Graggen, freier Kurator und Barbara Zürcher, Direktorin HfK Uri

Zur Ausstellung erscheinen eine gleichnamige Publikation (D/E) inklusive Videodokumentation mit Studiointerviews der Künstler/-innen (D/F, Untertitel in E); 120 Seiten, 186 Abbildungen, CHF 36

Das Projekt wird unterstützt von: Urner Kantonalbank, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Otto Gamma Stiftung, Stiftung der Schweizerischen Landesausstellung 1939, Andermatt Alpine Destination Company AG, Stadt Zürich, Stadt und Kanton Zug, Kanton Bern.

Kunstschaffende der Ausstellung: David Aebi, Peter Aerschmann, Eva Afuhs, Myriam Arnelas, Ursula Bachman, Nicolas Bourquin, Chalet5, Jean Crotti & Jean-Luc Manz, Pascale Favre, Anastasia Katsidis, San Keller, Reto Leibundgut, Yves Mettler, Christoph Oertli, Marianne Rinderknecht, Lisa Schiess, Christine Streuli, Ingrid Wildi & Mauricio Gajardo, Zobrist/Waeckerlin

Radiobericht
DRS2aktuell, 18.09.2009

Publikation

Hinweis
«Where are you?», eine Gruppenausstellung mit Teilnehmenden des «Artist-in-Residence»-Austauschprogramms;
Townhouse Gallery, Kairo, 01.11.–22.11.2009; initiiert durch das Pro Helvetia Verbindungsbüro in Kairo.
www.prohelvetia.org.eg

Im Danioth-Pavillon Verlängerung der Ausstellung
BLICKWECHSEL
HEINRICH DANIOTHMARIA ZGRAGGEN
19. September bis 29. November 2009
mehr

David Aebi, «Taubenturm 22», Bulaq al-Dakrur, Giza, 2007, Baryt-Silbergelatineprint, 50 x 40 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Im Schatten der Pyramiden 2009; David Aebi, «Taubenturm 22», Bulaq al-Dakrur, Giza, 2007, Baryt-Silbergelatineprint, 50 x 40 cm
Peter Aerschmann, «Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris
Peter Aerschmann, «Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris
Pascale_Favre_Egypte_air
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Im Schatten der Pyramiden 2009; Pascale Favre, Egypte air

Blickwechsel: Heinrich Danioth – Maria Zgraggen

H. Danioth, «Margritli», 1948, Öl auf Hartfaserplatte, 65 x 53 cm, Dätwyler Stiftung
H. Danioth, «Margritli», 1948, Öl auf Hartfaserplatte, 65 x 53 cm, Dätwyler Stiftung
H. Danioth, «Margritli», 1948, Öl auf Hartfaserplatte, 65 x 53 cm, Dätwyler Stiftung

Sommerausstellung

6. Juni bis 30. August 2009

Die unerwartete Konfrontation der Werke von Heinrich Danioth (1896-1953) und Maria ­Zgraggen (1957) scheint gewagt: Was die beiden Kunstschaffenden verbindet, ist immerhin der Umstand, dass beide in Uri geboren und von diesem Mentalitätsraum nachhaltig geprägt wurden. Sie schlugen aber völlig unterschiedliche Laufbahnen ein und verfolgten verschiedenartige künstlerische Intentionen. Zudem liegen Generationen zwischen den beiden: Als Maria Zgraggen geboren wurde, war ­Heinrich Danioth bereits seit vier Jahren tot. Trotzdem: Wir riskieren diesen vehementen und kühnen Blickwechsel, und zwar auf Grund verschiedener Motivationen. Der Blick aufs eine schärft jenen für das andere, die schauende Erkenntnis kann durch den Dialog nur gewinnen oder: Ein Zwiegespräch ist meistens ertragreicher als ein Selbstgespräch.
Die künstlerischen, mentalen und gesellschaftlichen Szenerien, vor denen die beiden Kunst­­schaf­fenden agieren, liegen sehr weit auseinander. Danioth arbeitete während der schwierigen ­Zwischenkriegszeit, und sein Schaffen löste eine bis heute andauernde, höchst diskrepante ­Rezeption aus. Maria Zgraggen agiert Jahrzehnte später im Kontext internationaler Gegenwartskunst und in der Auseinandersetzung mit völlig veränderten Prämissen.
In dieser Ausstellung bewahren zwar beide Œuvres ihre unbedingte Authentizität und Eigenständigkeit. Weder auf diese noch auf jene Seite gibt es die leisesten Anbiederungen. Doch das manchen Vertraute der älteren Kunst mag die Augen öffnen für eine eigenwillige Position der zeitgenössischen Kunst, und umgekehrt befreit die heutige Sichtweise den retrospektiven Blick auf längst Geschaffenes. Die Ausstellung animiert zu überraschenden Blickwechseln – zumal Maria Zgraggen den ­Gemälden, Aquarellen und Holzschnitten von Heinrich Danioth nicht nur ihre Malereien und Zeichnungen gegenüberstellt, sondern ganze Wandflächen und Räume installativ bespielt. Durch die ­Gegenüberstellung der beiden Werkkomplexe entsteht ein hinreissendes, energiegeladenes ­Wechselspiel.

Dank der mäzenatischen Grosszügigkeit von Dr. Max Dätwyler erfährt das Werk von Heinrich Danioth im neu erbauten Danioth-Pavillon eine dauerhafte Würdigung.

Diese Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Beat Stutzer, Direktor Bündner Kunstmuseum Chur, und Barbara Zürcher, Direktorin HfK Uri.

Zur Ausstellung erscheinen zwei Publikationen und eine Tonbildschau.

Mehr zu:
Heinrich Danioth
Maria Zgraggen

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag

M. Zgraggen, «Das 1 x 1 der Schichten», 2009, Mixed Media
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Blickwechsel: Heinrich Danioth - Maria Zgraggen 2009; Maria Zgraggen, «Das 1 x 1 der Schichten» 2009, Mixed Media

Mythos Kindheit

Andrea Muheim, «Miro und Tizia», Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm, 2005
Andrea Muheim, «Miro und Tizia», Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm, 2005
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Mythos Kindheit; Andrea Muheim, «Miro und Tizia» 2005, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm

Frühlingsausstellung

7. März bis 10. Mai 2009

Am Anfang sind alle Kind.

Dieser Lebensabschnitt, der dem Erwachsenen später nur noch in wenigen Erinnerungen zugänglich ist, wird im Rückblick zum rätselhaften Ort seines Schicksals, zum Mythos.

Wenn wir über die Kindheit nachdenken, tun sich viele Rätsel auf: Wie fühlt sich Kindheit an, wie entdeckt das Kind die Welt, wie macht es sich diese zu eigen? Die Sicht des Kindes auf die Welt ist für den Erwachsenen prinzipiell unzugänglich, aber wahrscheinlich gerade deshalb so faszinierend.

Kindheit ist kein fest definierter Begriff. Gebräuchlicherweise bezeichnet er in der westlichen Welt den Lebensabschnitt der menschlichen Entwicklung zwischen dem Kleinkindalter (ab dem 2. Lebensjahr) und der Pubertät (ca. ab dem 12. Lebensjahr).

In dieser Zeit ist das Kind von einer einzigartigen Lernfähigkeit. Trotz seiner Abhängigkeit vom Erwachsenen lernt es selbständig Bewegungsabläufe zu koordinieren, reelle Bedürfnisse und abstrakte Ideen zu formulieren und sich in die Gesellschaft, die es umgibt, einzufügen. Kindheit wird vorwiegend durch soziale und kulturelle Faktoren bestimmt und von jedem Menschen individuell erlebt und erinnert.

Dies ist mit ein Grund, warum sich unter dem Begriff Kindheit vielfältige, zum Teil gegensätzliche Assoziationen versammeln, wie zum Beispiel: Unschuld, Reinheit und Paradies, aber auch Angst, Hilflosigkeit und Versagen.

Das Motiv des Kindes und der Kindheit als mythischer und utopischer Ort dient in der Kunst als Feld der Selbstvergewisserung. Die Ausstellung „Mythos Kindheit“ versucht weder den Begriff Kindheit unter historischen Gesichtspunkten zu untersuchen noch sozialkritische Fragen aufzugreifen, sondern beschäftigt sich mit der Art und Weise, in der zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler das Thema Kindheit aufgreifen, reflektieren und veranschaulichen.

In der Ausstellung befassen sich internationale KünstlerInnen in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Installation, Plastik, Video und Fotografie mit Kindheitserinnerungen, der Entdeckung des Ichs, der Aneignung der Welt, aber auch mit der Schöpfung von neuen, eigenen Welten. Jedes der präsentierten Werke vermittelt dank seiner eigenen Ausdrucksform einen persönlichen, künstlerisch-kritischen Beitrag zum Thema.

Kuratiert von Andrea Holzherr, Magnum Photos, Paris, und Barbara Zürcher, Direktorin HAUS FÜR KUNST URI.

Kunstschaffende der Ausstellung: Sergey Bratkov, Elina Brotherus & Hanna Brotherus & Lauri Astala, Maïder Fortuné, Cao Guimarães, Sunil Gupta, Charlotte Gyllenhammar, Michael Kalmbach, Fabrice Langlade, Andrea Muheim, Peter Neuchs, Iris Sara Schiller, Yves Tremorin, Hans Witschi

Hörstation
Ich gsee eppis, wo dü nid gseesch …

Anschliessend wird diese Ausstellung vom 30. Mai bis 26. Juli 2009 in der KUNSTHALLE CCA in Andratx, Mallorca (ESP) gezeigt.

Charlotte Gyllenhammar, «The Spectators», Installation, 2003, in der Ausstellung Mythos Kindheit
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Mythos Kindheit 2009; Charlotte Gyllenhammar, «The Spectators» 2003, Installation
Hans Witschi, «FLASHBACK» in der Ausstellung Mythos Kindheit
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Mythos Kindheit 2009; Hans Witschi, «FLASHBACK» 2009

Werk- und Förderungsausstellung 2008

Werk_und_Foerderungsausstellung_2008_NathalieBissig
Werk_und_Foerderungsausstellung_2008_NathalieBissig
Plakat und Flyer Jahresausstellung, Nathalie Bissig

Kunst- und Kulturstifung Heinrich Danioth
Jahresausstellung für Urner Künstlerinnen und Künstler

11. bis 28. Dezember 2008

Seit mehr als 25 Jahren Kulturförderung Uri

Preisübergabe
Samstag, 13. Dezember 2008, 17 Uhr

Begrüssung
Marianne Kuster-Tresch, Präsidentin Danioth-Stiftung

Laudatio
Übergabe der Werk- und Förderungspreise 2008 durch Urs Bugmann, Kulturredaktor NLZ

Grussbotschaft
Regierungsrat Josef Arnold, Bildungs- und Kulturdirektor

Musikalische Umrahmung
Nico Hirzel, Musiker Altdorf

Apéro
offeriert vom Regierungsrat des Kantons Uri

Alle Kunst- und Kulturfreunde sind herzlich zur Feier eingeladen.

Max Grüter – Achtung Figurativ!

Max Grüter im Atelier beim Bau der Aussenplastik «Bubentraum», Juni 2008. Foto: Gaspare Honegger
Max Grüter im Atelier beim Bau der Aussenplastik «Bubentraum», Juni 2008. Foto: Gaspare Honegger
Max Grüter im Atelier beim Bau der Aussenplastik «Bubentraum», Juni 2008. Foto: Gaspare Honegger

Herbstausstellung

13. September bis 23. November 2008

Der in Zürich arbeitende MAX GRÜTER (*1955) präsentiert im HAUS FÜR KUNST URI seine erste Einzelausstellung in einer Schweizer Institution. Zur formalen Realisierung seiner Arbeiten greift er auf klassische Medien wie Zeichnung, Malerei, Skulptur und Installation zurück. Was die Umsetzung seiner Anliegen anbelangt, so hat der Computer in seinem Fundus künstlerischer Ausdrucksmittel in den letzten Jahren eine klare Dominanz angenommen.
Er ist der erste «virtualistische» Raumfahrer.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation
MAX GRÜTER
HOUSTON, I AM A PROBLEM!

Publikation

Max Grüter, Bilder und Text
Max Grüter, Bilder und Bio

www.grueter.com

SFDRS Kulturplatz
TeleTell

Parallel im Digitalen Dachstock

Der Studiengang Kunst & Vermittlung der Hochschule Luzern – Design & Kunst präsentiert medienkünstlerische Arbeiten von

Liebreiz und Anmut
Rebecca und Ruth Stofer
Tochtergesellschaft Dubler & Schaffner

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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Max Grüter - Achtung Figurativ! 2008; Rebecca und Ruth Stofer, Rude n racy3

replay. Der Ball in der Kunst

Ingeborg Lüscher, «The play ist everywhere», 2004 – 2006, 5-Kanal-Video-Installation, 10 Min. Loop
Ingeborg Lüscher, «The play ist everywhere», 2004 – 2006, 5-Kanal-Video-Installation, 10 Min. Loop
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Replay. Der Ball in der Kunst 2008; Ingeborg Lüscher, «The play ist everywhere»,2004 – 2006, 5-Kanal-Video-Installation, 10 Min. Loop

Sommerausstellung

6. Juni bis 17. August 2008

Dass die Liebe zum Fussball eine universell besondere, mit nichts zu vergleichende ist und dass man mit Fussball über Sieg und Niederlage, Grösse und Gemeinheit anders nachdenkt als ohne Fussball, thematisiert die Gruppenausstellung «replay. Der Ball in der Kunst». Fussball ist grosse Oper der Gefühle, eine Bühne, auf der sich zwischen Angriff und Abwehr, Sieg und Untergang, Zufall und Kalkül, Coolness und Leidenschaft, Geniestreich und Dilettantismus, Teamwork und Alleingang während neunzig Minuten die Dramen abspielen. Die Ausstellung «replay. Der Ball in der Kunst» setzt sich über das populäre Spektakel hinaus mit dem emotionalisierten und kommerzialisierten Phänomen Fussball auseinander.
Kokuratoren Yvonne Höfliger und Tiberio Cardu

Kunstschaffende der Ausstellung: Monika Annen & Katarzyna Jackowska, Caroline Bachmann & Stefan Banz, Jeremias Bucher, Daniele Buetti, Robert Davies, Gabriela Gerber & Lukas Bardill, Mathias Braschler & Monika Fischer, Dieter Hall, Jamie Holman, Ingeborg Lüscher, This Lüscher, Barbarella Maier, Anne Morgenstern, Paul M Smith, Jules Spinatsch, Maria Zgraggen, Alex Zwalen

Jeremias Bucher, «Fussball», 2007, Lederfussball umgestülpt, ca. 22 x 22 x 40 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Replay. Der Ball in der Kunst 2008; Jeremias Bucher, «Fussball» 2007, Lederfussball umgestülpt, ca. 22 x 22 x 40 cm
Barbarella Maier, «KICK», 2008, aus einer Serie von gegen 20 EASY – ART Objekten «FUSSBALLSCHUHE» (Laserprints auf Papier und Füllmaterial/ Stopfwatte), ca. 30 cm x 30 cm x 5 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Replay. Der Ball in der Kunst 2008; Barbarella Maier, «KICK» 2008, aus einer Serie von gegen 20 EASY – ART Objekten «FUSSBALLSCHUHE» (Laserprints auf Papier und Füllmaterial/ Stopfwatte), ca. 30 cm x 30 cm x 5 cm
Alex Zwalen, aus der Serie «Steve und sini Fründe lueged de Match», 2005, Tafelbild, Oel/Dispersion auf Holz, ca. 40 x 40 cm
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Replay. Der Ball in der Kunst 2008; Alex Zwalen, aus der Serie «Steve und sini Fründe lueged de Match» 2005, Tafelbild, Oel/Dispersion auf Holz, ca. 40 x 40 cm

Guy Tillim und Verborgene Welten mit Vanessa Püntener und Olga Titus

Guy Tillim, aus der Serie «Petros Village, Malawi», 2006; courtesy Galerie Michael Stevenson Fine Art Capetown
Guy Tillim, aus der Serie «Petros Village, Malawi», 2006; courtesy Galerie Michael Stevenson Fine Art Capetown
Guy Tillim, aus der Serie «Petros Village, Malawi», 2006; courtesy Galerie Michael Stevenson Fine Art Capetown

Frühlingsausstellung

15. März bis 18. Mai 2008

Guy Tillim (RSA, *1962) präsentiert im HAUS FüR KUNST URI seine erste Ausstellung in einer Institution in der Schweiz. Guy Tillim war an der Documenta XII in Kassel mit einer Auswahl aus «Congo Democratic» vertreten. Die Serien des südafrikanischen Fotografen zeigen Porträts von Menschen aus dem Congo, Malawi und Angola, die den Wirren von Bürgerkriegen ausgesetzt sind.

Diese Arbeit wird der Serie «Alp» von Vanessa Püntener (CH, *1973) gegenüber gestellt. Es sind Porträts einer verborgenen Welt, welche sie auf Urner Alpen in den Jahren 2005 und 2006 realisiert hat.

Olga Titus (Schweiz, *1977) thematisiert in ihren Arbeiten lustvoll und verspielt ihr Leben zwischen zwei Realitäten als Schweizerin mit indischen Wurzeln. Sie ist mit zwei Videoinstallationen vertreten, welche humorvoll diese Suche nach Identität visualisieren

Kunstschaffende der Ausstellung:
Guy Tillim
Vanessa Püntener
Olga Titus

Vanessa Püntener, «Urnerboden, Sommer 2005», aus der Serie «ALP»
Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri - Guy Tillim und verborgene Welten mit Vanessa Püntener und Olga Titus 2008; Vanessa Püntener, «Urnerboden, Sommer 2005», aus der Serie «ALP»
Guy Tillim (RSA): Daison Luke and Faness Bisamoro, Petros Village, Malawi, 2006Vanessa Püntener (CH): aus der Serie Alp, 2006Olga Titus (CH): Han es Herzeli wie äs Vögeli, Videostill, 2006
Guy Tillim (RSA): Daison Luke and Faness Bisamoro, Petros Village, Malawi, 2006 Vanessa Püntener (CH): aus der Serie Alp, 2006 Olga Titus (CH): Han es Herzeli wie äs Vögeli, Videostill, 2006