Aus der Tiefe rufe ich zu Dir:

Augustin Rebetez, «Things», 2012/14, Ink-Jet-Print, 40 x 60 cm

Herbstausstellung

13. September bis 23. November 2014

GOTTESERFAHRUNG & TEUFELSKÜCHE

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz, Portrait HAUS FÜR KUNST URI
Filmbeitrag von Janine Rudolf

Eine Gruppenausstellung vonEsther Maria Jungo, Gastkuratorin*

(* Barbara Zürcher weilt von anfangs August 2014 bis Mitte Januar 2015 in London, Atelierstipendium von der Landis & Gyr Stiftung)

Die grossen Fragen zu Leben und Tod, die Fragen zur Existenz von Mensch, Tier und Natur beschäftigen die Menschheit seit jeher. Mittels Mythen, Ritualen, künstlerischen Gestaltungen und Musik sucht der Mensch das Unbegreifliche und das Dasein zu ergründen und zu erklären. Gleichzeitig sucht er durch die geistige Kraft der Kunst den Weltengang sowie das Schicksal zu beeinflussen aber auch hinzunehmen sowie Mystik und Transzendenz zu erfahren.

Die Kulturerzeugnisse aus der Vergangenheit bis heute widerspiegeln die Aufgaben und Glaubensbekenntnisse wie auch die Erkenntnisse, die Sehnsüchte, Hoffnungen, Ängste und Nöte des Menschen. Sie tragen bei zur Daseinsbewältigung. Kunst hilft, heilt und tröstet. Zugleich vermögen Kunstwerke als Mittel zu Machtausübung und Repression den Menschen zutiefst zu verunsichern und in die Zerstörung zu treiben.

Die Gruppenausstellung Aus der Tiefe rufe ich zu Dir

Gotteserfahrung & Teufelsküche sucht im traditionellen Innerschweizer Umfeld, im Kulturschaffen des Kantons Uri wie auch in der modernen und zeitgenössischen Welt nach eindringlichen Zeugnissen und Zeugen der menschlichen Auseinandersetzung mit dem Dasein. Dass die kulturellen Zeugnisse nicht nur dem Kult dienen und Strukturen übermitteln, sondern ebenso Grenzen ausloten und überschreiten, ist Teil der Auseinandersetzung, wie auch die Notwendigkeit des Menschen, im Rahmen des Kultischen und der Beschwörung dabei zu sein.

Thematisiert werden Struktur & Verständnis, Angst & Sehnsucht, Körperqual & Ekstase, Schutz/Bann, Adoration, Wunder & Verwandlung, Disputatio & Lamentatio, Gedeihen & Hoffnung, Liebe/Geborgenheit & Stille/Erlösung.

Es sollen dabei nicht nur Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst präsentiert werden, sondern ebenso Werke aus vergangenen Jahrhunderten, wobei der sakralen Volkskunst der Region, somit auch der Volksmedizin besonderes Augenmerk zukommt.

Heinrich Danioth wird thematisch mit ausgewählten Arbeiten in diese Gruppenausstellung miteinbezogen und im Danioth Pavillon zu sehen sein.

Kunstschaffende der Ausstellung: Anonymus, Ian Anüll, John Armleder, Hugo Ball, Heidi Bucher, Eugen Bollin, Dirk Bonsma, Charlatan mit Christiane Hamacher, Isabel Moesch Clematide und Elke Pahud de Mortanges, Heinrich Danioth, Wim Delvoye, Mauricio Dias & Walter Riedweg, Federico Fellini, Jean-Damien Fleury, Florian Germann, Eduard Gubler, Michael Günzburger, Roland Herzog, HOIO, Peter Hujar, Christian Kathriner, Isabelle Krieg, Carlo E. Lischetti, Urs Lüthi, Gertrud von Mentlen, Josef Felix Müller, Matt Mullican, Meret Oppenheim, Eugen Püntener, David Renggli, Augustin Rebetez, Loredana Sperini, André Thomkins