Heidi Bucher

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Die Schweizer Avantgarde Künstlerin Heidi Bucher zeichnete sich vor allem durch ihre eigenwillig-legendären „Abhäutungen“ aus. Von zentraler Bedeutung in ihrem Gesamtwerk ist die Beschäftigung mit Architektur(fragmenten), welche fast alle ausnahmslos aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.
Bei den entstandenen „Abhäutungen“ von Wänden, Fenstern oder ganzen Zimmern, inklusive dem Parkettfussboden, handelt es sich um Erinnerungsfetzen, an denen auch das letzte Staubkorn haftet.
Ihre Arbeit ist gleichzeitig ein radikal-visionäres Zeugnis, als auch eine konzeptionelle Befreiung von einer alten, patriarchalisch geprägten Welt. Es ist ein grosses Werk von faszinierender Schlichtheit, Poesie und beeindruckender Konsequenz.
Mit ihrem Tod 1993 verschwand Heidi Bucher schlagartig aus dem Gedächtnis der Kunstwelt. Erst die 2004 von Heike Munder kuratierte Einzelausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich sorgte dafür, dass Heidi Buchers grossartiges Schaffen nicht vergessen ging.
Anfang der 1970er Jahre zog Heidi Bucher in eine alte Metzgerei an der Weinbergstrasse in Zürich. Im Untergeschoss, in dem sich der Kühlraum befand, richtete sie ihr Atelier ein und nannte es „Borg“. Diesen Borg – ein gekachelter Raum – zog sie mit Latex ab. Er wurde zu ihrer ersten „Raumhaut“ und wird hier im HfK Uri unter anderen Arbeiten aus einer Privatsammlung gezeigt.

Das Werk in der Ausstellung „Aus der Tiefe rufe ich zu Dir“ von Heidi Bucher ist eng verknüpft mit ihrer Biografie. Die Künstlerin bedient sich in den 1970er und 80er-Jahren neuer Materialien mit ausgeprägt taktilen Qualitäten wie Latex, gebrauchte Textilien und getragene Kleider, wodurch ihr Werk inhaltlich eine neue ästhetische und existentielle Dimension erlangt. Bekannt wurde die Künstlerin mit ihren Häutungsaktionen, die sie auf Raumhäutungen verlassener Räume und Gebäude ausdehnte. Die im HfK präsentierten Werke, die um den Themenbereich Wasser kreisen, dürfen als existentielle Auseinandersetzungen mit Leben, Lebensfluss und Dasein betrachtet werden.

Heidi Bucher
*1926 in Winterthur
†1993 in Brunnen

Ausbildung
1942-46 Kunstgewerbeschule Zürich, bei Johannes Itten und Max Bill, Modefachklasse

Einzelausstellungen (Auswahl)
2019  Die Wässer und Libellenlust, The Approach, London, 16th May – 23rd June 2019.
2019  The Site of Memory, Gallery Lehmann Maupin, New York, April 25 – June 15, 2019.
2018  Heidi Bucher at Parasol Unit, Sept. – Dec. 2018, London, UK
2017  FLOORS Heidi Bucher & Gordon Matta-Clark, Alma Zevi, Venice, IT
2017  Ahnenhaus, Fundaziun Not Vital Ardez, CH
2016  Frieze Masters, with Freymond-Guth Fine Arts, Basel, CH
2016 Hommage à Heidi Bucher und Carl Bucher, Kulturort Galerie Weiertal, Winterthur, CH.
2015 Heidi Bucher & Virginia Overton, Freymond-Guth Fine Arts, Zurich, CH
2014 Swiss Institute Contemporary Art, New York, USA
2014 Alexander Gray Associates, New York, USA

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2019 Unconscious Landscape Hauser & Wirth Somerset, Works from the Ursula Hauser Collection
2019 In(Tensions) Bridget de Leon, with Pablo Bronstein, Heidi Bucher, Rachel Whiteread
2019 Home is a foreign place The Met Breuer, Recent acquisitions in context
2019 Die Psyche des Politischen, Kunsthalle Baden Baden
2019 Zabludowicz Collection, In the Shadow of Forward Motion
2018 An Intricate Weave, Nottingham Contemporary, UK
2018 WOMENHOUSE, National Museum for Women in the Arts, Washington D.C., USA
2017 The Everywhere Studio, Institute of Contemporary Art (ICA MIAMI), Miami, USA
2017 Performance Process, Museum Tinguely, Basel, CH
2017 WOMENHOUSE, Musée de la Monnaie, Paris, FR
2017 Ahnenhaus, Fundaziun Not Vital, Ardez, Engadin, CH
2017 FALLINGWATER, Curuna Ardez, Engadin, CH
2017 The problem with having a body is that it always needs to be somewhere, The approach. Curated by Nora Heidorn, London, UK.
2017 Venice Biennale, Arsenale, IT
2017 Room, Sadie Coles HQ, London, UK
2016 Frieze, The Approach, London, UK
2016 GRAND GESTURES, Freymond-Guth Fine Arts Basel CH
2016 UNLIMITED ART BASEL
The Approach, London with Freymond-Guth Fine Arts, Basel CH
2016 Revolution in the Making – Hauser Wirth & Schimmel 901 East 3rd Street, Los Angeles CA 90013
2015 The Menil Collection, Houston, USA
2015 The Hammer Museum Los Angeles, USA
2015 Artists and Architecture – Dimensions variables, Pavillon de l’Arsenal, Paris, FR
2015 NEON – Flying over the abyss, Contemporary Art Centre of Thessaloniki, State Museum of Contemprary Art, GR
2014 Gallery Georg Kargl, curated by Francesco Stocchi, I know not to know

www.heidibucher.com
www.sikart.ch
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/positionen/
www.hausfuerkunsturi.ch/allgemeines/aus-der-tiefe-rufe-ich-zu-dir-d1/