#121 MARKUS KUMMER

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Ausstellungsansicht Haus für Kunst Uri, Markus Kummer ©f.x. brun

Frühlingsausstellung

11. März bis 21. Mai 2017

Für seine Einzelausstellung #121 im Haus für Kunst Uri untersucht Markus Kummer die Lithografie der Steindruckerei Wolfensberger und nimmt eine Inventarisierung, Archivierung der ganz besonderen Art vor.

Seit der Unternehmungsgründung von 1902 haben sich unzählige Handschriften von Künstlerinnen und Künstler in die immer wieder neu zugeschliffenen Steine eingeschrieben und abgelagert. In unterschiedlichen Grössen und Gruppen stehen sie im legendären Druckatelier an der Eglistrasse 8 in Zürich. Stein für Stein, 121 sind es insgesamt, hat der Künstler mit Hilfe von Thomi Wolfensberger in die Druckpresse eingelegt, um deren poröse, unbearbeitete Rückseite bei konstanter Schwärze auf Papier zu drucken. Sie erfahren durch Kummers Interpretation eine abstrakt bildhafte Materialisierung. Markus Kummers Neugier und Faszination spielen mit dem Geheimnis der archaisch anmutenden Tektonik der Steine und visualisieren in ihrer Fülle eine stupende Schönheit in einem poetischen Ordnungssystem.

Neue installative Arbeiten ergänzen diese minimalistisch anmutende Inszenierung in den Ausstellungsräumen. Im Aussenraum wird die Arbeit Bordure gezeigt. Dabei handelt es sich um Findlinge, die über Jahrtausende von Gletschern verschoben und geformt wurden, die der Künstler kurzerhand zersägt und mit Mörtel wieder neu zusammengefügt hat – sichtbar mit den dunklen Fugen. Diese Eingriffe haben eine schneidende Brutalität, fügen sich aber wieder in spielerischer Schönheit zu einer neuen Ganzheit.

Vier dieser Findlinge zieren das Seeufer am Alpenquai in Zug. Diese Kooperation der Stelle für Kultur der Stadt Zug mit dem Haus für Kunst Uri wird am Samstag, 25. März 2017 um 16 Uhr mit einer Performance gefeiert.

mehr zu Markus Kummer

Zur Ausstellung erscheint im Wolfsberg Verlag die Publikation
Markus Kummer, Inventar, Steindruckerei Wolfensberger, Lager I, Stein 1 – 121
Hardcover, 264 Seiten, Offset, 2017

Steindruckerei Wolfensberger

Urner Jahresausstellung 2016

Fotografie von Christof Hirtler

KUNST- UND KULTURSTIFTUNG HEINRICH DANIOTH
Förder-und Projektbeiträge 2016

10. Dezember 2016 bis 8. Januar 2017

Übergabefeier/Vernissage: Samstag, 10. Dezember 2016, 17 Uhr

Die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth wurde 1981 in Zusammenarbeit zwischen Regierungsrat und dem damaligen Danioth-Ring und heutigen Kunstverein Uri gegründet.
Lic. phil. Elisabeth Fähndrich, Vizepräsidentin des Kunstvereins Uri, präsidiert das Kuratorium.
26 Urnerinnen und Urner nehmen an der diesjährigen Urner Jahresausstellung im Haus für Kunst Uri teil.

Das Berlin-Atelier geht an das Künstlerpaar Peter Spillmann & Susanne Schär.
Das Urner Werkjahr spricht das Kuratorium dem Musiker Dave Gisler zu.
Je ein Förderbeitrag erhalten die Musiker Christoph Gautschi und Lukas Traxel.
Die Arbeiten von Barbara Hauser und Franziska Furrer empfiehlt das Kuratorium dem Kanton zum Ankauf.
Thomas Dittli wird anlässlich der nächsten Jahresausstellung 2017 zu einer Ausstellung im Danioth Pavillon eingeladen.

Laudatio von Urs Bugmann

Sonderausstellung mit Christof Hirtler
Auf Einladung des Kuratoriums ist dieses Jahr der Zentralschweizer Kulturschaffende Christof Hirtler für die Sonderausstellung im Danioth-Pavillon verantwortlich. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er in Altdorf. Er arbeitet nicht nur als Fotograf, sondern auch als Buchautor und Ausstellungsmacher. So publizierte er vor einiger Zeit das viel beachtete Buch „Urner Boden“ . Seine Jubiläums-Ausstellung in der alten Kirche in Flüelen stiess weit über die Kantonsgrenzen hinaus auf Lob und Anerkennung.
Bildfluss

Mary Anne Imhof  Berlin-Atelier 2015
Die Urner Künstlerin Mary Anne Imhof zeigt im Vorraum vom Danioth Pavillon ihre Arbeit. Während ihrem Aufenthalt im Berlin-Atelier 2015 erwanderte sie buchstäblich die deutsche Kunststadt. Mit Gehen-Walking lotet sie mit digitalen Wegzeichen die physisch-mentalen Wahrnehmungsmöglichkeiten des erkundeten Stadtraumes aus. Mit einer malerischen Forschungsarbeit Ephemer beschäftigt sie sich mit der Farbstoffherstellung und mit den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten, einem Farbraum mit selbsthergestellten karminroten und purpurnen Farbpigmenten.
Mary Imhof

Goldener Uristier an Lory Schranz, Tanz- und Theaterpädagogin, Altdorf
Übergabefeier: Samstag, 7. Januar 2017, 17.00 Uhr
Der Regierungsrat des Kantons Uri und die Kunst- und Kulturstiftung Uri verleihen Lory Schranz in Würdigung der ausserordentlichen Leistungen zugunsten der Kinder- und Jugendförderung und der Kultur- und Theaterlandschaft Uri den Goldenen Uristier.

Öffnungszeiten über Weihnachten/Neujahr
Samstag 24. und Sonntag 25. Dezember ist das Haus geschlossen
Montag 26. Dezember 11-17 Uhr
Samstag 31. Dezember 11-17 Uhr
Sonntag 1. Januar 11-17 Uhr

Die Linie im Raum – wenn Untergründiges zur Oberfläche mutiert

Ausstellungsansicht ©F.X. Brun Sandra Boeschenstein, reanimierte Deadlines und reinvestierte Spaziergänge, 2016, Bleistift, Ölfrarbe, Tusche, Faden und diverse Gegenstände auf Wand ©F.X. Brun Eva Grün, Die Welt da draussen, 2016, Mischtechnik auf Fensterglas, 240 x 255 cm ©F.X. Brun Zilla Leutenegger, Forever can begin, 2011, Video installation with wall drawing

Herbstausstellung

17. September bis 27. November 2016

Matinée
Sonntag, 27. November, 11 Uhr
Sonate für Stift und Kabel
Performance von Karoline Schreiber und Anders Guggisberg
mit anschliessendem Apéro

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag von Carlos Lügstenmann

Die Zeichnung wird immer komplexer und ist über die klassischen Materialien und Techniken hinausgewachsen. Ebenfalls in neuer Weise lotet die Zeichnung bei allen drei Positionen den Raum zwischen sichtbarer und imaginärer Welt aus.

Alltägliche Erfahrungen bilden den Ausgangspunkt der Zeichnungen von Sandra Boeschenstein. Die Künstlerin lässt sich davon zu überraschenden Gedanken und Bildern anregen. Bekannt geworden ist sie mit kleinformatigen präzisen Darstellungen vertrauter Dinge, die in der Kombination mit kurzen Kommentaren ihre Selbstverständlichkeit einbüssen und somit Gegenstand philosophischer Betrachtungen werden. Sie lotet darin den Raum zwischen sichtbarer und imaginärer Welt aus.

Eva Grün sammelt und zerlegt Realität und rekombiniert sie in der flüchtigen Geste der Collage. Auf Materialien wie Flugtickets, Architekturpläne, diversem Papier und Leinwand und im Experimentieren mit Techniken wechseln sich Planung und Zufall ab. Was in Eva Grüns Bildern zunächst kompakt gegossen, ja kollosal erscheint, zerfällt bei näherer Betrachtung in Ebenen und Plateaus und selbst die Schichtung von Untergrund, Material und Aussage zerbirst in polarisierte, gegensätzlich aufgeladene Fragmente. Es bietet sich eine im Fernglas betrachtete Welt, die sich nur dem mikroskopischen Auge erklärt. Der poetische Akt des Benennens eines Objekts befindet sich auf Kollisionskurs mit der Realität, der Name wird zum Kollateralschaden, das Wort zum ironischen Vermerk.

Für Zilla Leutenegger ist die Zeichnung das grundlegende Medium. Digital überarbeitete Videoaufnahmen werden auf Wandzeichnungen und/oder Objekte projiziert – im Zusammenspiel ergeben sich poetisch gestimmte, dreidimensionale Installationen.

Heinrich Danioth wird mit Zeichnungen und Skizzen in die Ausstellung integriert.

Kunstschaffende der Ausstellung:
Sandra Boeschenstein
Eva Grün
Zilla Leutenegger

dall‘ altra parte

Max_Grueter_Erdtaucher.jpg
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Max Grüter, Erdtaucher, 2012/2016, ©F.X.Brun

Sommerausstellung

18. Juni bis 28. August 2016

dall‘ altra parte zeigt über den Sommer 2016 eine Ausstellung mit drei Stationen: Altdorf, Göschenen und die Gotthard-Passhöhe

DIE ZEIT: Eine Festung Kunst

Artikel von Daniele Muscionico

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag von Ueli Abt

SRF: Entschleunigen Sie nach der rasanten Gotthard-Fahrt-mit Kunst!
Artikel von Nicole Salathé

Haus für Kunst Uri in Altdorf

Die ausgestellten Arbeiten im Haus für Kunst Uri thematisieren fundamentale Themen wie Heimat, Migration, Mobilität und eine Art Repräsentation von Landschaft, mit historischen Anspielungen unter anderen mit dem Urner Künstler Heinrich Danioth.

ausstellende KünstlerInnen: Stefan Banz, Guido Baselgia, Chalet5, Heinrich Danioth, Pascal Danz, Christoph Draeger, Marco Fedele di Catrano, Iris Ganz, Lukas Geisseler, Il Lungo Addio – Fotografien zur italienischen Emigration in die Schweiz, Monica Ursina Jäger, Lutz&Guggisberg, Luc Mattenberger, Martina von Meyenburg, Peter Regli, Jean-Frédéric Schnyder, Andri Stadler, Peter Stoffel, Miki Tallone, Edit Oderbolz, Roman Signer

Strohbaracke in Göschenen

Ganz hinten im Dorf an der Göschenen Reuss, am Fusse des Gotthards, der alpinen Schnittstelle zwischen Nord und Süd, steht das ehemalige Zeughaus, ein Bau aus dem früheren Bestand der Schweizer Armee. Das prägnante Gebäude wurde umfunktioniert und beherbergt heute als «Kunstdepot Göschenen» eine private Sammlung zeitgenössischer Kunst. Die «Stiftung Kunstdepot» lädt internationale Künstlerinnen und Künstler zum Arbeiten in die Innerschweiz. Unter dem Giebel des ehemaligen Zeughauses wurden drei geräumige Ateliers eingerichtet. Für die Ausstellung dall‘ altra parte – mit zeitgenössischer Kunst auf den San Gottardo durften einige unserer Künstlerinnen und Künstler die Ateliers während zwei Monaten nutzen. Es entstanden Arbeiten mit direktem Bezug zur markanten Landschaft.
In der dazugehörigen Strohbaracke ist eine grosse Installation mit Videoprojektionen des Künstlerduos Lutz&Guggisberg zu sehen, die das Duo für diesen Raum neu geschaffen hat.
Weitere Möglichkeiten bieten sich im Aussenraum: so auch ein Rundgang, der vom Bahnhof durch den Visierstollen (historisches Ausstellungsprojekt von Kilian T. Elsasser) zur Dorfmitte und direkt zur Strohbaracke führt, macht den Parcours in Göschenen vielstimmig.

ausstellende Künstler: Lutz & Guggisberg

Strohbaracke
Göscheneralpstrasse 7
6487 Göschenen
info@kunstdepot-goeschenen.com

Fondazione Sasso San Gottardo auf der Passhöhe

Gotthardfestung und Riesenkristalle entdecken
Einst geschaffen um das Land verteidigen zu können und streng geheim – heute ein einzigartiger Ort für Ausflüge in das sagenumwobene Herz der Schweiz. In den gewaltigen Kavernen der ehemaligen Festung  «Sasso da Pigna» entstand, auf dem mystischen Gotthardpass, ein einzigartiges Museum:  «Sasso San Gottardo». Die Festung ist eine der grössten und damit wohl eine der beeindruckendsten, unterirdischen Verteidigungsanlagen der Schweiz.
Mit den ausgewählten künstlerischen Interventionen möchten wir ein nicht explizit kunstinteressiertes Publikum begeistern und visuell mit starken Setzungen verführen können.

ausstellende KünstlerInnen: Chalet5, Klodin Erb, Max Grüter, Hans Josephsohn, Simon Ledergerber, Luc Mattenberger

Sasso San Gottardo
Gotthardpass
0844 11 66 00 (allgemeine Infos)
info@sasso-sangottardo.ch

Luc Mattenberger, The drop, 2012, ©F.X.Brun
Ausstellungssituation Haus für Kunst Uri, im Hintergrund: Marco Fedele di Catrano, J.H.A.E.V.G., 2016 ©F.X.Brun

(im)mobile

Edith Flückiger: some souls see..., 2009/2016, Buchstaben aus eloxiertem Aluminium, Wandhalterung, Foto: ©F.X. Brun

Frühlingsausstellung

5. März bis 15. Mai 2016

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz, Haus für Kunst Uri | (im)mobile
Filmbeitrag von Isabel Bures

Gastkuratiert von Mireille Bourgeois (IOTA) und Chantal Molleur (WHITEFRAME)

Die beiden Künstlerinnen Edith Flückiger und Germaine Koh zeigen konzeptuelle Arbeiten, basierend auf elektronischen oder digitalen Impulsen: thematisiert wird die Bewegung, das Gleichgewicht und der Stillstand. Aber auch eine mediale Reflexion über Vergängliches, Vergangenes und Vergehendes.

Germaine Koh interessiert sich für den öffentlichen Raum, alltägliche Objekte, die sie in ihren Installationen und Objekten in eine Interaktion versetzt.

Die Schweizer Künstlerin Edith Flückiger arbeitet im Bereich Video, Installation und Text/Sprache.

Kunstschaffende der Ausstellung:
Edith Flückiger
Germaine Koh

Urner Jahresausstellung 2015

Logo Haus für Kunst Uri - Danioth Pavillon
Logo Haus für Kunst Uri - Danioth Pavillon

KUNST- UND KULTURSTIFTUNG HEINRICH DANIOTH
Förder-und Projektbeiträge 2015

5. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016

Übergabefeier/Vernissage: Samstag, 5. Dezember 2015, 17 Uhr

Die Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth wurde 1981 in Zusammenarbeit zwischen Regierungsrat und dem damaligen Danioth-Ring und heutigen Kunstverein Uri gegründet.
Lic. phil. Elisabeth Fähndrich, Vizepräsidentin des Kunstvereins Uri, präsidiert das Kuratorium.
37 Urnerinnen und Urner nehmen an der diesjährigen Urner Jahresausstellung im Haus für Kunst Uri teil.

Sonderausstellung: Lina Müller und Luca Schenardi

Im Danioth Pavillion präsentieren Lina Müller und Luca Schenardi ihre Installation. Das Kuratorium war letztes Jahr vom kreativen Zeichenkosmos der beiden Kunstschaffenden beeindruckt. Die Installation zeige anschaulich, so die Jury, wie ein Stift auf Papier zu erzählen beginne, sich forme und wieder verwandle.

Lina Müller
Luca Schenardi

Goldener Uristier an Historiker Dr. Hans Stadler
Übergabefeier: Samstag, 2. Januar 2016, 17.00 Uhr

Der Regierungsrat des Kantons Uri und die Kunst- und Kulturstiftung verleihen Dr. Hans Stadler, Attinghausen den Goldenen Uristier. Stadler engagierte sich ein Leben lang für die Urner Kultur und Geschichte, für die geistige und politische Entwicklung in Uri. Sein grosses Lebenswerk bildet das zweibändige Geschichtswerk “ Geschichte des Landes Uri“. Es stellt die Vergangenheit Uris von den Anfängen bis in die Gegenwart dar und ist dank der leicht lesbaren Sprache und der reichhaltigen Bebilderung auch für geschichtlich interessierte Laien von Gewinn.

Öffnungszeiten über Weihnachten/Neujahr
Donnerstag 24. und Freitag 25. Dezember ist das Haus geschlossen
Samstag 26. Dezember 11-17 Uhr
Donnerstag 31. Dezember 11-17 Uhr
Freitag 1. Januar 11-17 Uhr

Zeitreisen – Melk Imboden, Kees Hensen

Ausstellungssituation, ©F.X.Brun

Herbstausstellung

12. September bis 22. November 2015

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Filmbeitrag von Carlos Lügstenmann

Melchior Imboden (*1956) lebt und arbeitet in Buochs. Er absolvierte die Grafikfachklasse an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. 1980 unternahm er eine ausgedehnte Reise rund ums Mittelmeer, dort entstanden erste Fotografien. Seither arbeitet er als freischaffender Grafiker, Fotograf und als Gastdozent an diversen Hochschulen. Melk Imboden ist ein Reisender, unterwegs, auch wenn er daheim ist. Er lebt von der Neugier, die ihn umtreibt, einer konstanten Aufmerksamkeit für Menschen und deren Umgebung. Seine Reisebilder dokumentieren nicht. Vielmehr tendieren sie, dank ihrer gezielten Unschärfe, aus der Nähe betrachtet zur Abstraktion und gewinnen aus Distanz gesehen eine neue Bildqualität, sie werden mehrdeutig.

Diese poetische Sprache nehmen die Bildobjekte und Installationen von Kees Hensen (*1958) auf. Kees Hensen wohnt und arbeitet als „Bildender Dichter/Schriftsteller“ in Amsterdam. Auch er ist ein Reisender, der sich selbst als Nomade bezeichnet. Fredi Murer’s legendärer Spielfilm Höhenfeuer von 1985, den Kees Hensen in Amsterdam gesehen hat, war Anlass für seinen Besuch und längeren Aufenthalt auf einer Urner Alp. Dort hat er während vier Heusaisons als Volontär mitgearbeitet. Seither kehrt der Künstler immer wieder in den Kanton Uri zurück, um seine Gastfamilie von damals oberhalb Unterschächen zu besuchen. Eine tiefe Freundschaft verbindet sie.
Vorgefundene Materialien fliessen in seine Bildobjekte – die so genannten windowed cabinets – und Installationen ein.

Heinrich Danioth wird in diese Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten einbezogen.

Kulturplatz
Filmbeitrag von Julia Bendlin

Kunstschaffende der Ausstellung:
Melchior Imboden
Kees Hensen

Lang/Baumann – Beautiful Tube #4

Lang/Baumann, «Beautiful Tube #4», 2015, Haus für Kunst Uri, Altdorf CH; ©L/B

Sommerausstellung

13. Juni bis 23. August 2015

Parallel zum Schweizer Beitrag an der Prag Quadriennale, organisiert von Pro Helvetia, bespielt das Künstlerduo Sabina Lang (*1972) und Daniel Baumann (*1967) das ganze Haus für Kunst Uri.
Die begehbare Installation Beautiful Tube #4 bemächtigt sich dem ganzen Gebäude. Eine rechteckige, schwarze Holzstruktur führt vor der Fassade beim Haupteingang vertikal in den ersten Stock, durchdringt die Fensteröffnung, durchquert horizontal den Raum, maändert nach draussen über das Dach, um von dort durch ein Dachfenster wieder ins Haus einzudringen, von wo sie sich weiter durch die Räumlichkeiten windet, um schliesslich durch den Anbau wieder im Aussenraum zu enden.
Ähnlich anderen Installationen der letzten Jahre, die von der Architektur des jeweiligen Gebäudes ausgehen, eignet sich Beautiful Tube #4 auch hier das Bestehende an und bildet mit ihm zusammen eine ortspezifische Einheit. Die Grenzen zwischen Werk und Haus sind nicht mehr klar zu unterscheiden.
Diese Ausstellung wurde u.a. von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia grosszügig unterstützt.

Lang/Baumann

Prag Quadriennale
Die Quadriennale für Szenografie und Theaterraum ist die weltgrösste Veranstaltung, die sich mit dem Bereich Szenografie beschäftigt. Der Kern dieser internationalen Veranstaltung ist eine Ausstellung von Künstlern aus mehr als 60 Ländern. Für den Auftritt der Schweiz ist die Pro Helvetia verantwortlich.

HEINRICH DANIOTH und Weggefährten

Heinrich Danioth, «Atelier», 1947, Öl auf grober Leinwand, 74 x 62 cm; Dätwyler Stiftung

Frühlingsausstellung

7. März bis 17. Mai 2015

Heinrich Danioth

und Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Varlin

mit zeitgenössischen Installationen von Heidi Arnold und Andreas Wegmann

CLICK: Heinrich Danioth und Weggefährten
Artikel von Felix Schenker

SRF Kultur Online:
Heinrich Danioth war ein urchiger Feingeist mit modernem Strich
Artikel von Dania Sulzer mit Radiobeitrag

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz
Portrait HAUS FÜR KUNST URI
Filmbeitrag von Janine Rudolf

Die Ausstellung Heinrich Danioth und Weggefährten möchte den Urner Künstler Heinrich Danioth (1896–1953) aus den heimatlichen Grenzen hinaustreten lassen und in einem ihm gebührenden grösseren Kontext zeigen. Der Künstler hat sich nie als Heimatmaler verstanden, doch haftet an ihm dieses Etikett bis heute. Die Ausstellung soll den Versuch wagen, einzelne Aspekte seines Schaffens in einen nationalen Zusammenhang zu stellen und mit Arbeiten anderer Künstler wie Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Varlin zu vergleichen. Sein vielfältiges Werk wird in überraschenden Gegenüberstellungen im ganzen HfK Uri und im Danioth Pavillon ausgestellt.

Persönlich sind sich Heinrich Danioth und die für diese Ausstellung ausgewählten Weggefährten vermutlich nie begegnet. Das einzige, was wir über eine Beziehung, wenn man das überhaupt so nennen darf, wissen, ist, dass sich Danioth in seinen Tagebüchern bewundernd zu Ferdinand Hodlers Arbeiten geäussert hat. Heinrich Danioth war sehr belesen, besass eine grosse Bibliothek an Ausstellungskatalogen, Kunstbüchern und Zeitschriften ­– unter anderem ein Abonnement der Kulturzeitschrift «du» –, die ihn über das aktuelle Kunstschaffen seiner Kolleginnen und Kollegen informiert hat.

So kann es in dieser Gruppenausstellung also nicht darum gehen, eine Beziehung zwischen den Malern zu konstruieren, die so nie bestanden hat. Die Gründe für eine gemeinsame Präsentation liegen auf anderen Ebenen. Es geht um das Offenlegen eines Zeitgeistes, respektive von verwandten oder ähnlichen bildnerischen Problemen und Themen, die sich zwar in der Sprache, in der sie sich ausdrücken, mehr oder weniger stark unterscheiden, jedoch in dem, was sie formulieren, in ihrem Gehalt durchaus vergleichen lassen, trotz aller Unterschiedlichkeit ihrer Karrieren.

So soll also durch die gleichzeitige Präsentation dieser Werke zwar auf Gemeinsames in den künstlerischen Absichten hingewiesen werden, die jeweilige Eigenständigkeit der Künstler jedoch gewahrt bleiben und keinesfalls in Frage gestellt werden.

Die beiden zeitgenössischen Positionen schaffen Bezüge zur Gegenwart. Heidi Arnold nimmt mit einer zweiteiligen Installation den Dialog auf, Andreas Wegmann schafft seinen Bezug mit einer Klangskulptur, die er auch bespielen kann.

Kunstschaffende der Ausstellung:
Heidi Arnold
Andreas Wegmann
Heinrich Danioth

DANIOTH – der Teufelsmaler
Ein Film von Felice Zenoni

Cuno Amiet
* 1868 Solothurn, † 1961 Oschwand (Seeberg BE)
1888 Studium an der Akademie München. Dort Bekanntschaft mit Giovanni Giacometti. Mit ihm nach Paris, wo er an der Académie Julian weiterstudierte, an der Seite von Pierre Bonnard, Édouard Vuillard u.a. Bekanntschaft mit Félix Vallotton und Mitglied der Nabis. 1892–1893 Aufenthalt in Pont-Aven. 1893 erste Begegnung mit Ferdinand Hodler, 1896 mit Giovanni Segantini. 1898 Heirat mit Anna Luder und Umzug auf die Oschwand bei Seeberg (BE). Das Paar blieb kinderlos und zog fremde Kinder auf, z.B. Bruno Hesse, den ältesten Sohn von Hermann Hesse. Mitglied der deutschen Künstlergruppe «Brücke». 1931 verlor er einen grossen Teil seines Werks infolge eines Brandes. 1953 Tod der Ehefrau Anna.

Giovanni Giacometti
* 1868 Stampa, † 1933 Glion (bei Montreux)
1886–1887 Studium an der Kunstgewerbeschule München. 1888–1891 an der Académie Julian in Paris, zusammen mit Cuno Amiet, mit dem er eine lebenslange Freundschaft pflegt. 1891 Rückkehr nach Graubünden. 1894 prägende Bekanntschaft mit Giovanni Segantini, der ihn fördert. 1900 Heirat mit Annetta Stampa. Vier Kinder: Alberto, Diego, Ottilia, Bruno. 1908 Ausstellungseinladung der Künstler der «Brücke» nach Dresden. Es folgen Ausstellungen in Köln, Zürich Basel und Bern.

Ferdinand Hodler
* 1853 Bern, † 1918 Genf
1868 Lehre beim Vedutenmaler Ferdinand Sommer in Thun. Ab 1872 in Genf. 1873 Schüler bei Barthélemy Menn. 1877 in Paris, anschliessend in Spanien. 1881 Atelier in Genf. 1887 erste Einzelausstellung (Kunstmuseum Bern). 1897 1. Preis beim Wettbewerb für die Fresken des Waffensaals im Landesmuseum; heftiger Kunststreit. 1904 internationaler Durchbruch und materieller Aufstieg. 1914 unterschrieb er ein Manifest gegen die Beschiessung der Kathedrale von Reims durch deutsche Truppen und wurde aus allen deutschen Künstlerverbänden ausgeschlossen. 1915 Tod seiner Geliebten Valentine Godé-Darel; Bilderzyklus. 1917 grosse Retrospektive im Kunsthaus Zürich.

Ernst Ludwig Kirchner
* 1880 Aschaffenburg, † 1938 Davos
1901–1905 Architekturstudium in Dresden. Mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff – allesamt Autodidakten wie er selbst – Gründung der Künstlergruppe «Brücke», der sich 1906 auch Max Pechstein, Cuno Amiet und Emil Nolde anschlossen. 1911 Umzug nach Berlin. 1912 Bekanntschaft mit Erna Schilling, seiner künftigen Lebensgefährtin. 1913 Austritt aus der «Brücke». 1915 Kriegsdienst und nervlicher Zusammenbruch; Morphinsucht. 1917 Umzug nach Davos. 1937 Entfernung und Beschlagnahmung seiner als «entartet» taxierten Werke aus den deutschen Museen. 1938 Freitod.

Emil Nolde (Hans Emil Hansen)
* 1867 Buhrkall, † 1956 Seebüll
1884–1888 Ausbildung als Schnitzer und Zeichner in Flensburg. 1892–1898 Zeichenlehrer in St. Gallen. 1899 kurz an der Académie Julian in Paris. 1902 Heirat mit der Schauspielerin Ada Vilstrup. 1906–1907 Mitglied der «Brücke»; Begegnung mit Edvard Munch. 1913–1914 Reise in die Südsee. Ab 1926 Atelierhaus in Seebüll (Schleswig). Ab 1934 Mitglied der NSDAP und «Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst». 1937 wurden seine Werke als «entartete Kunst» diffamiert. 1941 Berufsverbot. 1946 Tod der Ehefrau Ada. 1948 Heirat mit Jolanthe Erdmann.

Varlin (Willy Guggenheim)
* 1900 Zürich, † 1977 Bondo
1918–1919 Lehre als Lithograph in St. Gallen. 1919–1921 Kunstgewerbeschule St. Gallen. 1921–1923 in Deutschland, vor allem in Berlin. 1923–1932 in Paris, an der Académie Julian, an der Académie A. Lhote und an der Grande Chaumière. 1930 Annahme des Pseudonyms Varlin. 1932 Rückkehr in die Schweiz. Freundschaft mit Hans Aeschbacher, Karl Geiser, Friedrich Kuhn, Hugo Loetscher, Friedrich Dürrenmatt u.a. 1951 Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, zusammen mit Max Gubler. 1960 grosse Ausstellung im Kunsthaus Zürich; Biennale von Venedig. 1963 Heirat mit Franca Giovanoli; das Bergeller Dorf Bondo wird bevorzugter Wohnsitz. 1966 Geburt der Tochter Patrizia. 1967 Kunstpreis der Stadt Zürich und grosse Ausstellung in der Kunsthalle Basel.

Danioth – der Teufelsmaler

Danioth – Der Teufelsmaler

Film – Schweiz 2015, 90 Minuten
Kinostart: 15. Januar 2015, Trailer

Heinrich Danioth, 1896 in Altdorf geboren und 1953 in Flüelen gestorben, ist einer der herausragenden Schweizer Maler des 20. Jahrhunderts. Alle kennen seinen roten Teufel an der Felswand in der Schöllenen. Trotzdem ist der Urner heute etwas in Vergessenheit geraten. Zu unrecht, wie der aktuelle Kino-Dokumentarfilm «Danioth – der Teufelsmaler» von Felice Zenoni beweist.

Der Film zeigt einen Querschnitt durch Danioths vielschichtiges Werk. Rückgrat der biografisch angelegten Handlung sind Tagebuch-Notizen und Briefauszüge. Der in Uri aufgewachsene Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart leiht dem vor über 60 Jahren verstorbenen Künstler seine Stimme. Bergauf, bergab sucht die Kamera quer durch den Kanton Uri nach Spuren; ergänzt durch Archivfilme und eingerahmt von persönlichen Erinnerungen einer ganzen Reihe überraschender Zeitzeugen.
Eine eigentliche Hauptrolle im Film spielen die Landschaften des Kantons Uri. Obwohl Danioth nicht nur «der Urner Maler» sein wollte, bleiben Berge, Täler und das Wasser die nachhaltigsten Quellen seiner Inspiration. Die Kamera macht sich die Optik des Künstlers zu eigen, dringt ein in eine Welt voller Mysterien, zwischen Licht und Schatten. Der Künstler selbst hat es einmal so beschrieben: «Meine Heimat ist, fürwahr, Prunkkammer Gottes und Irrgarten des Teufels, zu gleichen Teilen.»
Vor allem in der zweiten Lebenshälfte wird aus dem Maler auch ein Schriftsteller. Er schreibt Hörspiele, Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Der Film wirft einen Blick auf Danioths engagierte Mitarbeit bei der Satirezeitschrift «Nebelspalter». Mit bissigen Kommentaren und Karikaturen persifliert er die Vorgänge in Nazi-Deutschland. Dass ausgerechnet seine frechen Hitler-Karikaturen in den Kriegsjahren von der bundesrätlichen Pressezensur «übersehen» worden sind, grenzt an ein Wunder.
Falls es nicht doch mit Absicht geschehen sein sollte. Der damalige Zuger Bundesrat Philipp Etter war ein Bewunderer Danioths und in den Kriegsjahren der starke Mann im Rat.
Danioths Leben als Erwachsener spielt sich hauptsächlich während und zwischen den beiden Weltkriegen ab. Zwischen 1914 und 1945 stehen die Grenzen nur sehr eingeschränkt offen und die Menschen haben andere Sorgen, als Kunst zu kaufen. Die Krise der 30er-Jahre trifft Kunstschaffende deshalb besonders hart.
Dem Urner Filmautor Felice Zenoni ist es gelungen, das von Selbstzweifeln und materiellen Nöten gezeichnete Künstlerleben wirklichkeitsnah abzubilden. Danioth als eigensinniger Grenzgänger zwischen Malerei und Wort. Danioth als Mensch und Familienvater.
Die Tonspur des Films geht von «Zogä-n am Bogä» aus, jener Melodie, die heute auch «Urner Nationalhymne» genannt wird. Als das Lied in den 20er-Jahren aus der Taufe gehoben wird, ist Heinrich Danioth mit seinem Akkordeon aktiv dabei. Heute illustriert nun die junge Schweizer Musikerin Fatima Dunn die Welt des Künstlers mit ihren Klangbildern.