KAROLINE SCHREIBER RÄUMT AUF

Karoline Schreiber, Snuggling, 2018, Ölstift auf Papier
Karoline Schreiber, Snuggling, 2018, Ölstift auf Papier

Sommerausstellung
15. Juni bis 18. August 2019

Karoline Schreiber hat im Haus für Kunst Uri eine Einzelausstellung eingerichtet, in der sie ihr Schaffen aus den vergangenen 25 Jahren präsentiert. Begleitend zur retrospektiv angelegten Ausstellung, die auch aktuelle Arbeiten beinhaltet, wird eine Künstlermonografie im Programm der Binding Sélection d’Artistes erscheinen.

Die Künstlerin beschäftigt sich seit bald 30 Jahren mit der Zeichnung und hat dabei unterschiedliche Felder bearbeitet. Entsprechend ihres jeweils vorherrschenden Interesses hat sie sich um unterschiedliche Aspekte ihres Mediums gekümmert. Durch dieses explorative Vorgehen haben sich ihr unzählige Facetten und Möglichkeiten des Zeichnens erschlossen.

Sie arbeitet bewusst in keinem persönlichen Stil, sondern verfolgt vielmehr die Möglichkeiten wandelbarer Erscheinungen der Zeichnung und die daran geknüpften unterschiedlichen Produktionsbedingungen und Lesarten. Sie arbeitet also in verschiedenen Bildsprachen, die durch Tempo, Werkzeug und Technik bestimmt werden. So hat sie beispielsweise eine Methode der automatischen Zeichnung entwickelt, die sich an der écriture automatique orientiert und die aus dem Unbewussten schöpft und intuitiv funktioniert.

In den letzten vier Jahren sind als weitere Möglichkeit der Zeichnung performative Formate hinzugekommen. Bei den performativen Anordnungen interessiert sie das Unmittelbare und Flüchtige. Die Zeichnung zeigt sich in diesem Kontext als wandelbarer, unabgeschlossener und vitaler Prozess – diesem Phänomen widmet sie sich immer wieder von neuem. So wird Karoline Schreiber auch zur Eröffnung ihrer Ausstellung eine Performance mit zeichnerischen Aspekten im Haus für Kunst Uri durchführen.

In der Ausstellung wird auch ihr malerisches Werk partiell integriert. Karoline Schreiber spielt immer wieder mit der gemalten Zeichnung und der gezeichneten Malerei – bestens nachvollziehbar in der Serie Meisterwerke von 1995 bis1999, die nach langer Zeit wieder in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird.

Das Atelier der Künstlerin wird für die Ausstellungsdauer 1:1 ins Museum transferiert. Dort wird sie während der Ausstellung versuchen, Ordnung in ihr Chaos zu bringen. Im Gegenzug bietet das leere Atelier in Zürich ihr die Möglichkeit eine Frottage ihres Atelierbodens zu realisieren, die all die Schaffensspuren der letzten Jahre aufnehmen wird. Die Künstlerin feiert an der Eröffnung ihren fünfzigsten Geburtstag. Was dieses Ereignis für eine weibliche Künstlerkarriere heisst, wird sowohl inhaltlich in der Ausstellung als auch im geplanten Künstlerinnengespräch thematisiert.