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Cover des Buches «L.A. Women», 2011
Aus «L.A. Women», 2011
Aus «L.A. Women», 2011

Joachim Schmid

 

Die meisten Arbeiten Schmids basieren auf gefundenen Fotografien, für seine Arbeitsweise prägte er 1989 das Motto «Keine neuen Fotos, bis die alten aufgebraucht sind».

 

Im Dezember 2010 veröffentlichte das Los Angeles Police Department 180 Fotografien, die im Besitz eines angeblichen Serienmörders gefunden wurden, es handelte sich dabei ausnahmslos um Frauenporträts. Man wusste nicht, ob es sich bei den Frauen um Einwohnerinnen von Los Angeles handelte, ob sie Prostituierte waren und ob es sich tatsächlich um die Opfer des Serienmörders handelte. Ohne den schrecklichen Hintergrund, wären die Fotos keinen zweiten Blick wert. Manche Frauen schauen direkt in die Kamera, manche lächeln, einige posieren. Manche sehen aus, als ob sie schliefen, aber sie könnten auch tot sein. Vielleicht wurden sie umgebracht, kurz bevor die Fotos aufgenommen wurden, wir wissen es nicht. Es ist dieses Nichtwissen, gepaart mit dem Kontext, in dem die Fotografien gefunden wurden, das uns die Bilder so unheimlich erscheinen lässt. Wir wollen mehr wissen, aber die Bilder geben ihr Geheimnis nicht preis.

 

Geboren 1955 in Balingen, der Künstler lebt und arbeitet in Berlin. Joachim Schmid veröffentlichte in den letzten Jahren zahlreiche Bücher und stellt regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen aus: 2011, Bilderbuch, Galerie Zephyr, Mannheim und Fotohof Salzburg. 2008, Les Rencontres de la photographie, Arles. 2007, Tausend Himmel, The Photographers’ Gallery, London. 2004, Retratos decisivos, PhotoEspaña, Madrid. 

 

 

 

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