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Türe zum Borg, 1976
Textil, Latex, Perlmuttpigmente
Leihgabe aus Privatsammlung, Zürich
Ohne Titel, undatiert
Textil, Latex, Perlmuttpigmente
Leihgabe aus Privatsammlung, Zürich

HEIDI BUCHER

Geboren 1926 in Winterthur

Gestorben 1993 in Brunnen

1942-46 Kunstgewerbeschule Zürich, bei Johannes Itten und Max Bill, Modefachklasse

 

Die Schweizer Avantgarde Künstlerin Heidi Bucher zeichnete sich vor allem durch ihre eigenwillig-legendären "Abhäutungen" aus. Von zentraler Bedeutung in ihrem Gesamtwerk ist die Beschäftigung mit Architektur(fragmenten), welche fast alle ausnahmslos aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.

Bei den entstandenen "Abhäutungen" von Wänden, Fenstern oder ganzen Zimmern, inklusive dem Parkettfussboden, handelt es sich um Erinnerungsfetzen, an denen auch das letzte Staubkorn haftet.

Ihre Arbeit ist gleichzeitig ein radikal-visionäres Zeugnis, als auch eine konzeptionelle Befreiung von einer alten, patriarchalisch geprägten Welt. Es ist ein grosses Werk von faszinierender Schlichtheit, Poesie und beeindruckender Konsequenz.

Mit ihrem Tod 1993 verschwand Heidi Bucher schlagartig aus dem Gedächtnis der Kunstwelt. Erst die 2004 von Heike Munder kuratierte Einzelausstellung im Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich sorgte dafür, dass Heidi Buchers grossartiges Schaffen nicht vergessen ging.

Anfang der 1970er Jahre zog Heidi Bucher in eine alte Metzgerei an der Weinbergstrasse in Zürich. Im Untergeschoss, in dem sich der Kühlraum befand, richtete sie ihr Atelier ein und nannte es "Borg". Diesen Borg - ein gekachelter Raum - zog sie mit Latex ab. Er wurde zu ihrer ersten "Raumhaut" und wird hier im HfK Uri unter anderen Arbeiten aus einer Privatsammlung gezeigt. 

 

heidibucher.com