Home: Haus für Kunst Uri - Danioth Pavillon

Andreas Marti, «Himmel oder Hölle», 2008, Papier, gefaltet, 250 x 340 x 340 cm, Edition: 3 + 1 AP; Courtesy of the artist

Andreas Marti, «Disappearance as an Option», 2014, Objekt, Papierschnitt, Wasserfarbe, 50 x 70 x 50 cm; Courtesy of the artist

Hanna Roeckle, «Aquarius», 2014, Polyeder, Epoxidharz-Laminat, Carlack, 130 x 90 x 90 cm, im Hof vom Haus für Kunst Uri; Foto: © Walter Mair

Hanna Roeckle, «Faro BC», 2010, 11-teilig, Mischtechnik auf Pappel, 230 x ∅ 160 cm, in der Ausstellung «Melencolia», Haus für Kunst Uri; Foto: © Walter Mair

Bernard Voïta, «TRAX», 2005, s/w-Video, von CD Rom übertragene Bilderfolge; Courtesy: Galerie Bob van Orsouw

Bernard Voïta, «TRAX», 2005, s/w-Video, von CD Rom übertragene Bilderfolge; Courtesy: Galerie Bob van Orsouw

Bernard Voïta, «Melencolia VIII», 2014, s/w-Fotografie, Digitalabzug, 130 x 180 cm; Courtesy: Galerie Bob van Orsouw

Melencolia

8. März bis 18. Mai 2014

Vernissage: Samstag, 8. März 2014, 17 Uhr

 

 

MELENCOLIA (nach Albrecht Dürer, Melencolia I, 1514)

Andreas Marti, Hanna Roeckle, Bernard Voïta

 

 

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz

Filmbeitrag von Ruth Baettig

 

 

Alle drei Kunstschaffenden beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise und mittels verschiedenartiger Materialien mit räumlichen Fragen, die sie ans Bild, ans Objekt und deren Umgebung stellen – sie sind ausgesprochen forschend und analytisch unterwegs.

Symbolisch für Albrecht Dürers inniges Verhältnis zur Mathematik ist sein rätselhafter, vieldiskutierter Kupferstich Melencolia I (1514), der auch als Titel dieser Gruppenausstellung figuriert und der sowohl die Künstlerin als auch die beiden Künstler zu neuen Arbeiten angeregt hat.

 

Andreas Marti, *1967, lebt und arbeitet in Zürich.

Ausgangspunkt von Andreas Martis Arbeiten bildet sein Interesse für physikalische Phänomene, für Vorgänge der Natur, für mathematische Systeme und damit verbundene Darstellungsformen. Ob monumentale Papierobjekte oder grossflächige Wandarbeiten, ob mehrteilige Installationen oder minutiöse Bleistiftzeichnungen – sie alle basieren konzeptuell auf der Frage, wie abstrakte Sachverhalte in lesbare Zeichen, wie Gedankengebilde in eine erfahrbare Form übersetzt werden können. Er löst einzelne Aspekte, seien es Motive oder Darstellungsweisen, aus ihrem ursprünglichen Kontext, übersetzt sie in neue inhaltliche Zusammenhänge, transformiert sie medial. Es entstehen neue, autonome Konfigurationen.

 

Hanna Roeckle, *1950 in Vaduz, FL, lebt und arbeitet in Zürich.

Hanna Roeckles Schaffen entwickelt sich aus der Malerei. Das plastisch-räumliche Gepräge ihrer Bilderwelt setzt schon sehr früh ein – nicht im Sinne einer illusionistischen Gegenstandswiedergabe. Vielmehr basieren ihre Arbeiten auf räumlichen Strukturen und Systemen, deren konstruktive Klarheit mit sinnlichen Farbverläufen und Farbkombinationen in einen vielstimmigen Dialog treten. Gezielt bezieht die Künstlerin Themen aus der Geometrie und Physik, aus der Systemtheorie, der Kultur-, Design-, und Architekturgeschichte in ihre Konzepte mit ein.

Ihre Farb- und Formkompositionen, meist auf Birkensperrholz, die ein gewisses Volumen haben, umspielen in immer neuen Variationen modulartig die Wand und den Raum. Hanna Roeckle demonstriert, wie ein Bild oder eine Plastik trotz einer genauen und fassbaren Konstruktion sich verändern können, je nachdem, aus welchem Winkel sie betrachtet werden. Bei aller Klarheit und Strenge ihrer Formensprache haben ihre Bildobjekte und Plastiken etwas Spielerisches.

 

Bernard Voïta, *1960 in Cully, CH, lebt und arbeitet in Brüssel.

Als Plastiker und nicht mit den herkömmlichen fotografischen Strategien verfolgt Bernard Voïta seine Fotografie. Sie dient bei ihm nicht dazu, eine eigenständige äussere Realität aufzuzeichnen oder durch die Wahl des Ausschnitts und des Motivs eine subjektive Sicht einzubringen. Das Abgebildete reduziert er zu blossem Material. Der Eingriff des Künstlers geschieht vor der Kamera, in der Anordnung von Objekten aller Art – einem kühnen Würfelwurf gleich in die Welt der Dinge. Voïta spielt mit der Kluft, die bei jedem Bild, insbesondere bei der Fotografie, in einer nie behobenen Spannung zwischen Wahrnehmung und Konstruktion besteht. Die Kraft seiner Bilder fasziniert, die gebauten Kompositionen wecken eine beinahe detektivische Neugier. 

 

Der Danioth Pavillon wird in diese Gruppenausstellung integriert, ausnahmsweise ohne Präsentation von Heinrich Danioths Arbeiten, da sich inhaltlich wie formal keine Gemeinsamkeiten zu den drei Positionen finden lassen.

 

 

Andreas Marti

 

Hanna Roeckle

 

Bernard Voïta