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"Selbstportrait", 1-3, 2001, Unikate, bedruckte Plastiktüte, gerahmt, Sanitätssauger, je 35.5 x 29.5 x 42 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich
"Boris Becker in Top form!", 1985, Acryl auf Pavatex, 50 x 60 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich
"Nie wieder trockene Füsse", 2000, Blei- und Buntstift auf Papier, 59 x 41.5 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich
"Tiefgraues Denkbild", 2006, Acryl auf Leinwand, 60 x 60 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich

Thomas Kapielski 

 

Auch das fachgemäße Malen und Zeichnen tut sich mir schwer, aber ich versuche mein Bestes und habe Glück, daß sich die abstrakte Kunst so lange hält. Dabei mißfällt mir diese seit Jahren von Monat zu Monat mehr. Ab Manet (nicht Seerosen: Seerasen!) ist für mich Feierabend. Allein, es wird mit einer Penetranz weiter produziert, es ist kein Ende abzusehen. Es hagelt Zumutungen und Dauerdesign. Schade für die gegenständliche Kunst ist, daß Hitler und Stalin sie schätzten, sonst hätte das alles auch anders kommen können, und ich hätte was Ordentliches werden müssen. So muß ich mich, mit Hilfe Platons und aus Mangel an naturalistischer Abbildungstüchtigkeit, mehr an die optische Darstellung der ‚Idee’ halten und als Ideenkünstler bei den Halbstarken mitschwimmen.

Andererseits ist es weder meine Pflicht, grundsätzliche Fragen zu verstehen, noch mein Problem, alles einzuordnen. Ein angestammter Müßiggang sowie eine immer etwas zerzauste Vielseitigkeit zwangen mich automatisch zur Gemütsgröße einfacher Handhabung: Ich knipse gern, weil eine idiotensichere Kleinkamera meine Mängel an Darstellungskraft kompensiert und selbst dann nichts schiefgehen kann, wenn was schiefsteht. Auf Nachfrage antworte ich mit Kunst, sofern mir etwas Einfaches und Verantwortbares einfällt. Musikausscheidungen erfolgen freigebig, wenn ein gutes Hotel gebucht wird und Frieder Butzmann neben mir auf der Bühne steht, damit ich weiß, welche Knöpfe zu drücken sind. Meine beständigsten Jammertalsperren aber bestehen aus theoretischem Material aller Art. Theorie ist behaglicher als Praxis. Die Theorie allerdings, Theorie sei, was man nicht sehen könne, kann ich nicht einsehen.

 

aus: Thoams Kapielski, Danach war schon, Gottesbeweise I-VIII, Merve Verlag Berlin


Thomas Kapielski  

 

geboren 1951 in Berlin-Charlottenburg
Studium der Philologie, Physischen Geographie, Theologie
Schriftsteller, Künstler, Musiker, Dozent, lebt in Berlin

 

Einzelausstellungen (Auswahl, mehr im Download)
2008 Veduten, Lampen, Tierchen, Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich (mit Buch)
2008 Benötigt Wasser den Freischwimmer? Bilder, Objekte, Zeichnungen, Künstlerhaus Bremen
2006 Was blüht denn da? Lampen und Stühle, Fotoausstellung (170 Lampen, 20x30 cm), Galerie Ahlers, Göttingen
2006 Reckermann’s Kunstgöthe, Bilder Zeichnungen und Sonstiges, Galerie Reckermann, Köln
2006 Alles muß raus! Galerie Marlene Frei, Zürich (Katalog, 2 Editionen)
2006 Emolumente. Sammler zeigen ihre Kapielskis, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
2004 Rembrandtrotbraun, Café Corso, Innsbruck (Katalog/Edition)
2004 Dicke Freunde, T + K, O + Hi, Lüft + Luke, Ohio-Vitrine Eintrachtstraße, Köln
2004 Sonder Gnade! Wegwürfe mit Griff und Jahresendumläufe, Wartezimmer, Hamburg
2003 Kaltes Buffet, Die Gute Stube, Humboldtstraße, Hildesheim
2002 Die Brücke von Arnhelm / Tischbisse, Galerie No.6, Wangen/Allgäu

 

Gruppenausstellungen (Auswahl, mehr im Download)
2010 «Am Schönsten ist das Gleichgewicht, kurz bevor’s zusammenbricht.» (Fischli/Weiss), Eine Gruppenausstellung zu Verspieltheit und Humor in der zeitgenössischen Kunst, HAUS FÜR KUNST URI, Altdorf 
2008 Die Villa, Altmann, Brunner, Dransfeld, Faltin, Heinrich, Hilpert, Kapielski, Reiter, Schlede, Weinreich; in der Villa Schrors vor der Restaurierung, am Müggelsee, Berlin
2007 Verbale. 18 Künstler – 18 Filme, mit Mike Bouchet, Anton Bruhin, Thomas Feuerstein, Fischli/Weiss, Herbert Fuchs, Gert Jonke, Thomas Kapielski, Peter Kogler, Rudolf Polansky, Oswald Oberhuber, Rosa Pock, Ferdinand Schmatz, Elfie Semotan, Tamuna Sirbiladze, Marcus Steinweg, Ulrich Strothjohann, Franz West, Vivienne Westwood, Heimo Zobernig; Innsbruck
2007 Die Bestandsaufnahme der Komischen Kunst. Caricatrua V, Kassel(Katalog: Caricatura 5. Die Bestandaufnahme, Hg. Nils Folckers, Martin Sonntag, Kassel 2007)
2007 Faulheit / Restség, Kuratoren: Viola Vahrson, Justin Hoffmann, mit: Barbara Antal, Hannes Böhringer, Lisa Domin, Katharina Dörr, Sarolta Ember, Dunja Evers, Tibor Gyenis, Anke Hagemann, Thomas Kapielski, Katrin Koslowski, Alida Kovács, Barbara Sturm, János Sugár, Gergely Szatmári, Beatrix Szörényi, Dominika Tihanyi, József Tillmann, Viola Vahrson und SchülerInnen des Theodor-Heuss Gymnasium Wolfsburg; Ausstellung im Rahmen des Reiseforschungsprojekts »In den Architekturen des Alltags: Gewohnheit, Faulheit, Muße«, Kooperation der HBK Braunschweig und der Moholy-Nagy University of Art and Design, Budapest; Kunstverein Wolfsburg


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Kapielski_Bio.pdf

Ausführlichere Biografie / Bibliografie

KapielskiThomas_Selbstportrait.jpg

"Selbstportrait", 1-3, 2001, Unikate, bedruckte Plastiktüte, gerahmt, Sanitätssauger, je 35.5 x 29.5 x 42 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich

KapielskiThomas_Boris_Becker_in_Top_form_.jpg

"Boris Becker in Top form!", 1985, Acryl auf Pavatex, 50 x 60 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich

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"Nie wieder trockene Füsse", 2000, Blei- und Buntstift auf Papier, 59 x 41.5 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich

KapielskiThomas_Tiefgraues_Denkbild.jpg

"Tiefgraues Denkbild", 2006, Acryl auf Leinwand, 60 x 60 cm, Courtesy: Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich