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«Eyes», 2006, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 12', Loop, Courtesy Annex14, Bern, und Galerie Anne de Villepoix, Paris
«Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris
«Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris

Peter Aerschmann

 

Auf der virtuellen Bühne

 

Die Ausgangslage der Arbeiten von Peter Aerschmann sind Bilder und Szenen des Alltages, die er mit Fotoapparat und Videokamera festhält. Er sucht nicht nach dem Spektakulären oder Aussergewöhnlichen. Vielmehr sind es gerade jene kleinen Gesten, denen wir tausendfach begegnen, was ihn interessiert. Oder es sind die Figuren, die wir vielleicht wahrnehmen, denen wir jedoch in der Anonymität kaum besonders Rechnung tragen. Aerschmann gelingt es, Bilder einer Welt zu schaffen, die wir zu kennen glauben. Collageartig verbindet er Vorgefundenes zu einem Ganzen und hält uns dieses wie einen Spiegel unserer Welt vor Augen.

 

Das Zusammentreffen von New Yorker Polizisten und muslimischen Frauen in der Arbeit «Eyes» (2006) überrascht mit der plötzlich erkennbaren Verwandtschaft und Nähe der Kleidercodes der beiden Gruppen. Ist die totale Verhüllung der muslimischen Frauen ein Zeichen des religiösen Kodex, verbinden wir die uniformierten Polizisten mit kontrollierter Gewaltbereitschaft des Staates bei drohender Gefahr. Subtil tippt Aerschmann den Konflikt zwischen dem Islam und der amerikanischen Weltmacht an, ohne dabei politisch zu werden.

 

Die Bilder für die Arbeit «Rooftop» (2005) sammelte der Künstler während seines Aufenthaltes in Alexandria. Wie auf einer virtuellen Bühne begegnen wir den verschiedenen Individuen und ihren kleinen Gesten, die uns in den arabischen Raum entführen. Diese – ebenfalls als Loop montierte Videoarbeit – ist von hoher malerischer Qualität. Zu den Protagonisten auf der stark reduzierten und in monochrom grau gehaltenen Bühne zählen neben den Menschen auch die unzähligen Satellitenschüsseln. Im Gegensatz zur romantisierenden Idee von «Tausend und eine Nacht» lässt uns «Rooftop» an eine globalisierte Welt denken, ohne dabei eine gewisse Poesie einzubüssen.

 

‹Susanne Friedli, Kunsthistorikerin›

 

 

Peter Aerschmann

 

Geboren 1969 in Fribourg. Lebt und arbeitet in Bern.

www.aerschmann.com

 

Ausbildung

1994–1999 Studium Bildnerisches Gestalten, Hochschule Gestaltung, Kunst und Konservierung Bern (heute HKB)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Video, interaktive Installation

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2008 Where are you?, Galerie Anne de Villepoix, Paris

2007 New York Souvenirs, annex14. Galerie für zeitgenössische Kunst, Bern

2003 Variable 5, Stadtgalerie Bern

Western II, Forde – Espace d’art contemporain, Genf

2002 Western, Fri-Art Kunsthalle, Fribourg

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2009 FotoRio – Vídeo Short List / Dream Machine, Niteroi Museum of Contemporary Art, Rio de Janeiro (Kat.)

2009 Moving Stills, Mudam. Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, Luxemburg (Kat.)

2008 Mutations II. Moving Stills, Maison Européenne de la Photographie, Paris (Kat.)

2008 Sculpture, The Margulies Collection at the Warehouse, Miami

2007 Fokus Ägypten. Past/Present, Kunstverein Hildesheim – Galerie im Kehrwiederturm (Kat.)

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2006/05 Aeschlimann-Corti-Stipendium, Kunstgesellschaft Bern

2006 Werkstipendium, Sitemapping, Bundesamt für Kultur

2005 New York Atelierstipendium des Kantons Bern

2002 Eidgenössischer Preis für Kunst

2000 Berlin Atelierstipendium des Kantons Freiburg

 

Ägyptenaufenthalt

2005 Alexandria, ein Monat Projektaufenthalt, Ausstellung Family. You, Me and the Trajectories of a Post-Everything Era, Alexandria Contemporary Arts Forum (ACAF) und Pro Helvetia

 

 

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PeterAerschmann_eyes_still1.jpg

«Eyes», 2006, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 12', Loop, Courtesy Annex14, Bern, und Galerie Anne de Villepoix, Paris

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«Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris

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«Rooftop», 2005, Videostill, Videoinstallation, ohne Ton, 16', Loop, Courtesy Galerie Annex14, Bern und Galerie Anne de Villepoix, Paris

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