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Ohne Titel, 2006, Öl auf Aluminium, 120 x 105 cm, Courtesy Galerie Paul Hafner, St. Gallen
Ohne Titel, 2009, Wandmalerei, Acryl und Airbrush, Haus für Kunst Uri, 280 x 600 cm, Bildmontage

Marianne Rinderknecht

 

Unterwassergärten in der Wüste

 

In leuchtendem Grün wuchern die Farben wie Pflanzenranken der Wand entlang und winden sich bis unter die Decke des Ausstellungsraumes hoch, wo sie knospenartig in gelben Enden auslaufen. Ein Eiscremegrün formt sich zum Farbfeld aus und deutet zusammen mit einem gelben Himmelszelt einen fiktiven Bildraum an, über den sich ein kühn geschwungener Bogen spannt. Andernorts greifen Tentakel in die Wand aus und umspielen dabei einen zweiten Farbkörper. Dessen massige Figürlichkeit ist in dunklerem Braun gehalten und droht mit mächtigen Greifern das zarte Grün gleichsam aus dem Hinterhalt zu erdrücken. Eigens für die Ausstellung «Im Schatten der Pyramiden» hat Marianne Rinderknecht ein Wandbild geschaffen, weshalb es kaum erstaunt, dass sich im Bildzentrum und an den Enden der Tentakel rosarote Pyramiden in Form stilisierter Triangel tummeln.

 

Rinderknechts Malerei ist fröhlich, farbig und verspielt. Ihre fantastischen Formen erinnern an die Pracht eines schillernden Unterwassergartens, in dem Florales und Organisches ineinander verfliessen. Und dennoch bewahrt sich die Malerei trotz Gegenstandsassoziationen einen autonomen Charakter als «organische Abstraktion», die sowohl das Kreatürliche meint als auch entschieden auf die Loslösung von der Naturerscheinung verweist. Genauso elegant gleitet Rinderknechts Kunst nicht nur zwischen Pyramiden und Unterwassergärten, sondern auch zwischen den Traditionen von Abstraktion und Pop, ernsthaft und schillernd zugleich und bei aller Verspieltheit stets ein wenig giftig, zuweilen gar bedrohlich.

 

‹Konrad Bitterli, Kurator, Kunstmuseum St. Gallen›

 

 

Marianne Rinderknecht

 

Geboren 1967 in St. Gallen. Lebt und arbeitet in St Gallen.

www.kuenstlerarchiv.ch/rinderknecht

 

Ausbildung

1995–1998 Freie Kunstklasse, Schule für Gestaltung Basel (heute HGK FHNW)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Malerei, Bildinstallation, Wandmalerei

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2008/06/04 Galerie Paul Hafner, St. Gallen

2007 Ausstellungsraum Katharinen, St. Gallen

2005 dream on, in Zusammenarbeit mit Basim Magdy, Kunsthalle St. Gallen (Kat.)

2003 dream on, in Zusammenarbeit mit Basim Magdy, Townhouse Gallery of Contemporary Art, Kairo

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2006 HEIMSPIEL 2006. Ostschweizer Kunstschaffen, Kunstmuseum St. Gallen abstract art now – floating forms, Willhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein (Kat.)

2003 6 x malen, Projektraum exex, St. Gallen

2000 Gastspiel, Peter Merian Haus, Basel

 

Publikationen (Auswahl)

2004 Gertrud Genhart, Edith Hänggi und Marianne Rinderknecht, OneNightStand©: ein Kunstprojekt, Report, Basel

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2005 Werkbeitrag der Stadt St. Gallen

2004 Ausstellungsteilnahme Swiss Art Award, Basel

2001 Werkbeitrag des Kantons St. Gallen

2000 Jahrespreis des Kunstförderungsvereins Ring St. Gallen

 

Ägyptenaufenthalte

2003 Kairo, ein Monat Projektaufenthalt, Ausstellung dream on, in Zusammenarbeit mit Basim Magdy, Pro Helvetia

2002–2003 Kairo, sechs Monate Atelieraufenthalt, Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK), Stadt St. Gallen

 

 

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MarianneRinderknecht_2006.jpg

Ohne Titel, 2006, Öl auf Aluminium, 120 x 105 cm, Courtesy Galerie Paul Hafner, St. Gallen

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Ohne Titel, 2009, Wandmalerei, Acryl und Airbrush, Haus für Kunst Uri, 280 x 600 cm, Bildmontage

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