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O. T., 2005, 29.6 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier
O. T., 2005, 29.6 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier
O. T., 2008, 105 x 100 cm, Acryl auf Leinwand
O. T., 2009, 115 x 130 cm, Acryl auf Leinwand
O. T., 2009, 23 x 25 x 4 cm, Acryl auf Holz, MDF
«Geflüster», 2009, Installation, Mixed Media
«Kehrreim», 2009, Installation, Mixed Media

Maria Zgraggen (* 1957)

 

Text: Barbara Zürcher

Zitate: Maria Zgraggen (aus Interview mit Barbara Zürcher)

 

Was Maria Zgraggens Installationen, Bilder und Objekte so interessant macht, ist die Vielfalt der Strukturen, sind die Details – in jeder Partie scheint ein eigenes Farbleben zu stecken. Die Farbschichten bestehen aus einer Vielzahl von Binnenformen, und was unsere Augen innerhalb von diesen, an ihrer Oberfläche beschäftigt, ist unglaublich reich, vibrierend in den Tönen und Nuancen, wechselt das Gefüge unentwegt, ist letztlich für die pulsierende Wirkung des Bildes, des Objekts verantwortlich – ist seine bildnerische Qualität. Ein durchgearbeitetes Bild, würde ein Malerkollege vielleicht anerkennend sagen. Eine Malerei, die in jeder Partie mehr hält, als sie zunächst verspricht und uns auf den zweiten, dritten, hundertsten Blick noch Neues entdecken lässt, bislang nicht Wahrgenommenes.

 

Maria Zgraggen zieht sich nie ins Unverbindlich-Gestische oder in die blosse Abstraktion zurück. Sie lotet stets die Grenzen der Lesbarkeit aus. Damit bleibt ihre Sprache verbindlicher. Mit Zeichen und Wörtern im Bild oder mit Bildtiteln stachelt sie die Assoziationslust der Betrachtenden an. Diesen Mechanismus der Bedeutungsaufladung verwendet die Künstlerin in ihrem gesamten Werk. Wie gehen wir mit sichtbaren Dingen um, die wir nicht klar erkennen oder benennen können? Die Künstlerin rührt damit an ein zentrales Problem des Verhältnisses von Bild und Text, wie es die Philosophie nach dem «linguistic turn» des 20. Jahrhunderts intensiv beschäftigt hat.

 

«Wir bewegen uns in dieser globalisierten, technisierten Welt gleichzeitig auf den verschiedensten Ebenen, in realen und virtuellen Welten. Das erzeugt Bilderfluten. Die Bilderfolgen sind nicht mehr an eine logische, herkömmliche Sichtweise gebunden. Die Transparenz und das Sich-Überschneiden der verschiedenen Erfahrungsebenen lassen andere Ausdrucksweisen zu. Zur Illustration: der reale Hase frisst eine Karotte. Ich kann nun den Hasen ganz legitim, vergnüglich und logisch ein Alphabet statt einer Karotte verschlucken lassen.»

 

«Nur, das Wissen um ein gutes Stück Malerei macht noch lange keine gute Kunst. Die Energie, die Vorstellung muss auch noch durch die Hand über den Pinsel auf die Leinwand transferiert werden. Die Kopfarbeit dazwischen ist nützlich im Sinne des Erkennens und Entscheidens, aber für die Ausführung braucht es noch andere Fähigkeiten, und die sind nicht unbedingt im Kontrollbereich angesiedelt. Rezepte gibt es nicht. Man schafft die Kreativität jeden Tag von Neuem. Es braucht Bereitschaft für und Freude am Ungewissen, Neugier, Offenheit und nicht zu viel Angst vor Schlaglöchern.

Wenn die Arbeit mit einer Selbstverständlichkeit in sich ruht, wenn das Verschieben einer nur Millimeter grossen Fläche die Ruhe zerstören würde und wenn das Werk nach Monaten des Nicht-Betrachtens noch die gleiche Selbstverständlichkeit ausstrahlt, erst dann ist die Arbeit für mich abgeschlossen.»

Kurzbiografie

 

1957  in Schattdorf, Uri, geboren

1978-82  Kunstgewerbeschule Luzern, Abteilung Freie Kunst

1982  Umzug nach England

Studium an der Bath Academy of Fine Art (B.A.) und an der Chelsea School of Art, London (M.A)

1985-95  Studio-Arbeit in Corsham und London

1985/86/90  Eidgenössisches Kunststipendium

1986-87  Stipendiatin am Schweizerischen Institut in Rom

1995  Umzug in die Schweiz

Lebt und arbeitet in Bürglen, Uri

2001  Atelier-Aufenthalt, New York

2005  Atelier-Aufenthalt, Budapest

 

www.mariazgraggen.ch

Downloads

Zgraggen_1x1_der_Schichten.jpg

«Das 1 x 1 der Schichten», 2009, Mixed Media

102 K

Zgraggen_Kehrreim_2.jpg

«Kehrreim», 2009, Installation, Mixed Media

109 K

Zgraggen_Gefluester.jpg

«Geflüster», 2009, Installation, Mixed Media

122 K

Zgraggen_OT_2008_1.jpg

O. T., 2008, 130 x 115 cm, Acryl auf Leinwand

427 K

Zgraggen_OT_2008_4.jpg

O. T., 2008, 105 x 100 cm, Acryl auf Leinwand

450 K

Zgraggen_2009_OT_4.jpg

O. T., 2009, 115 x 130 cm, Acryl auf Leinwand

344 K

Zgraggen_2005_OT_3.jpg

O. T., 2005, 29.6 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier

463 K

Zgraggen_OT_2005.jpg

O. T., 2005, 29.6 x 21 cm, Mischtechnik auf Papier

396 K

Zgraggen_Objekt.jpg

O. T., 2009, 23 x 25 x 4 cm, Acryl auf Holz, MDF

160 K