Maïder FortunéDie Französin Maïder Fortuné arbeitet mit den Medien Video, Fotografie, Film und Installation. In ihren Arbeiten konfrontiert sie den Betrachter mit Mythen und Fabelwesen aus der Kindheit.
Curtain ! 2007, Video, 18 Minuten Zuerst schaut der Betrachter nur auf ein graues Nichts. Diesem Nichts entsteigen langsam schwarze Schattenrisse. Die Schatten tauchen auf, durchqueren das Nichts und verschwinden im Hintergrund, wie von Nebel verschluckt. Plötzlich entdeckt man in den Silhouetten die Helden der Kindheit wieder. Das war doch Pinocchio, und das hier ist Mickymaus, und dort kommt Schneewittchen … wie gebannt starren wir auf das Nichts und warten. Die Farben unserer Kindheitsfreunde sind verblasst, die Details ihrer stilisierten Körper sind im Schwarz ihrer Silhouette gefangen, aber dennoch erkennt man sie ohne Probleme. Durch die Wiedererkennung der Figuren, trotz ihres rudimentären Erscheinungsbildes, zeigt sich, wie stark unser Gedächtnis von diesen Erinnerungen geprägt ist und mit welcher Macht deren schattenhaftes Erscheinen die Schleuse der Amnesie öffnet.
Playing Dead Was passiert im Bewusstsein eines Kindes, das Tod spielt? Playing Dead besteht aus einer Serie von Fotografien, die den uns unbegreiflichen Grund kindlicher Rituale untersucht. Die Bilder zeigen zwei kleine Mädchen, die auf dem elterlichen Bett (dem Ort des Todes Bruder) Tod spielen. Der Fotoapparat versucht das Spiel einzufangen, aber die Aufzeichnungen zeigen letztendlich nur, dass sich vor unseren Augen etwas Unsichtbares abspielt, ein mysteriöses Treffen mit dem Tod, das sich dem erwachsenen Betrachter entzieht.
MAÏDER FORTUNÉ wurde 1973 in Frankreich geboren. Sie lebt und arbeitet in Paris. Die Künstlerin studierte zunächst an der Theaterschule von Jacques Lecoq in Paris, bevor sie ihre Ausbildung von 2000 bis 2002 am MFA, Studio national des arts contemporains Le Fresnoy in Tourcoing fortsetzte. Wichtige Einzelausstellungen hatte die junge Künstlerin 2008 in der Galerie Martine Aboucaya, Paris; 2007 im Frac Haute Normandie, Rouen, und im Centre chorégraphique du Havre; 2006 in Le Triangle, Rennes, sowie in der Mercer Union, Toronto, und im L’H, Valenciennes; 2005 in der Fondation Miro, Espai 13, Barcelona, sowie in der Galerie la Box, Bourges. Maïder Fortunés Filme werden regelmässig auf Filmfestivals und in Kunstmuseen projiziert.
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