Home: Haus für Kunst Uri
Jean Crotti und Jean-Luc Manz, «Cendrier», 1993, Gravur mit Pantograf, Multiple, 13,2 x 13,2 x 2 cm, © Georg Rehsteiner
Jean Crotti, Ohne Titel, 1999, Bleistift auf Papier, 17,5 x 24,5 cm
Jean-Luc Manz, Ohne Titel, 1998, Klebefolie hinter Glas, Multiple, 31,3 x 25,3 cm, © Georg Rehsteiner

Jean Crotti und Jean-Luc Manz

 

Eintauchen in Ägypten

 

Parallel zu ihren individuellen Projekten realisieren Jean Crotti und Jean-Luc Manz bisweilen gemeinsame Arbeiten. Dabei verbinden sie auf subtile Weise ihre je eigenen Welten. Die vierundzwanzig heiteren und geheimnisvollen Porträts sind mit erstaunlicher Sorgfalt und Detailgenauigkeit ausgeführt. Die Serie ist im Lauf der letzten zehn Jahre jeweils am Ende regelmässiger Kairo-Aufenthalte entstanden und zeigt, wie bedeutsam die Auseinandersetzung mit Ägypten für die beiden Künstler ist. Offenbar hat das Leben in Kairo ihre Beziehung zur künstlerischen Praxis verändert und sie angeregt, ihr Verhältnis zur zeitgenössischen Kunst zu überprüfen. Chaos und Askese, Komplexität und Einfachheit: von derlei Gegensatzpaaren ist der Kairoer Alltag geprägt, und in ihn einzutauchen, hat den beiden eine Art «Loslassen» erlaubt und so zu einem – wagen wir den Ausdruck – freieren Schaffen geführt. Ihre Arbeitsstrategie setzt den Akzent nun vermehrt auf Kunst als Erfahrung und misst Affekt und Erleben ebenso viel Bedeutung bei wie theoretischen und formalen Fragen, ja vielleicht noch mehr.

 

Das Interesse von Crotti/Manz an der lokalen handwerklichen Produktion erstaunt kaum, wenn man bedenkt, dass im Ägypten der neunziger Jahre eine zeitgenössische Kunstszene inexistent war oder diese, wenn es sie denn gab, von den damaligen formalen Fragestellungen zumindest sehr weit entfernt war. Der reiche Fundus, den sie in den Werkstätten der Souks antrafen, bescherte ihnen für ihre Arbeit zum einen die Materialien, zum andern die Methoden. Eine Schneiderin hat die Gesichter der Porträtserie nach den Kartons von Jean Crotti gestickt, und Jean-Luc Manz hat für seine Modelle Stoffe erstanden, deren Muster an abstrakte Kunst erinnern.

 

Und die Folgen für ihr gegenwärtiges Schaffen? Heute steht das Porträt bei Jean Crotti im Mittelpunkt und hat aussergewöhnliche Eigenständigkeit und Aussagekraft erlangt. Jean-Luc Manz hingegen erkundet bei seiner noch immer andauernden formalen und farblichen Recherche im Bereich der Abstraktion das expressive Potenzial der Geometrie.

 

‹Catherine Othenin-Girard, Konservatorin der Kunstsammlung der Banque Cantonale Vaudoise›

 

 

Jean Crotti

 

Geboren 1954 in Lausanne. Lebt und arbeitet in Lausanne.

www.sikart.ch

 

Ausbildung

1977–1979 Studium Malerei, École supérieure d’art visuel de Genève (heute HEAD)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Zeichnung, Malerei, Druckgrafik

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2009 Jean Crotti – Se perdre dans ses yeux, Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausanne (Kat.)

2008 Jean Crotti. Invité Jean-Luc Manz, Galerie Skopia, Genf

2002 Jean Crotti et Jean-Luc Manz. Broderies et tapis, Galerie Média, Neuenburg

2001 Jean Crotti, Jean-Luc Manz, Centre PasquArt, Biel

1997 Jean Crotti, Cairo Berlin Art Gallery, Kairo (Kat.)

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2008 Fading away, Galerie Skopia, Genf

2007 Triennale de l’art imprimé contemporain, Le Locle (Kat.)

2006 Actual position, Kulturzentrum NAIRS, Scuol (Kat.)

1999 Konnex Kairo, Kunstmuseum Thun (Kat.)

 

Publikationen (Auswahl)

2004 Jean Crotti. Le feu du désir, éditions art&fiction, Lausanne

1997 Jean Crotti et Jean-Luc Manz, Musée jurassien des Arts, Moutier

1993 Jean Crotti, Jean-Luc Manz, Galerie Mashrabia, Kairo

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2007 Preis der Triennale de l’art imprimé contemporain, Le Locle

2003 Preis der Fondation Irène Reymond

2003 Stipendium der Fondation Leenaards

1984 Eidgenössisches Kunststipendium

1982 Kiefer Hablitzel Preis

 

Ägyptenaufenthalte

1992–2002 regelmässig Aufenthalte in Kairo

1992 Shabramant (bei Kairo), drei Monate Atelieraufenthalt, Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK), Stadt Lausanne

 

 

Jean-Luc Manz

 

Geboren 1952 in Neuenburg. Lebt und arbeitet in Lausanne.

www.sikart.ch

 

Ausbildung

Autodidakt

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Zeichnung, Malerei, Druckgrafik

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2008 Jean Crotti, Jean-Luc Manz, Galerie Susanna Kulli, Zürich

2006 Minna, Musée cantonal des Beaux-Arts, Lausanne

2002 Jean Crotti et Jean-Luc Manz. Broderies et tapis, Galerie Média, Neuenburg

2001 Jean Crotti, Jean-Luc Manz, Centre PasquArt, Biel

2000 Jean Crotti, Jean-Luc Manz, Watercolours, Cairo Berlin Art Gallery, Kairo

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2008 Abstraction étendue – une scène romande et ses connexions, L’espace de l’Art Concret, Mouans-Sartoux (F)

2005 Schweizer Druckgraphik 1980–2005, Helmhaus Zürich (Kat.)

2004 La lettre volée, Musée des Beaux-Arts, Dole (F) (Kat.)

2002 Minimalism and After, Daimler Kunst Sammlung, Berlin (Kat.)

 

Publikationen (Auswahl)

1999 Jean-Luc Manz. Do not walk outside this area. Editionen 1988–1998, Graphische Sammlung der ETH Zürich, Memory/Cage Editions, Zürich

1997 Jean Crotti et Jean-Luc Manz, Musée jurassien des Arts, Moutier

1996 Pleurs de cendres, Galerie Patrick Roy, Lausanne

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2004 Stipendium (Arts plastiques) des Kantons Waadt

2001 Stipendium der Fondation Leenaards

1992 Prix des jeunes créateurs, Fondation vaudoise pour la promotion et la création artistiques

1990 Stipendium der Fondation Irène Reymond

1984/83/82 Eidgenössisches Kunststipendium

 

Ägyptenaufenthalte

1992–2002 regelmässig Aufenthalte in Kairo

1992 Shabramant (bei Kairo), drei Monate Atelieraufenthalt, Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen (KSK), Stadt Lausanne

 

 

download

CrottiManz_cendrier_1993.jpg

Jean Crotti und Jean-Luc Manz, «Cendrier», 1993, Gravur mit Pantograf, Multiple, 13,2 x 13,2 x 2 cm, © Georg Rehsteiner

313 K

CrottiManz_crotti_sans_titre_1999.jpg

Jean Crotti, Ohne Titel, 1999, Bleistift auf Papier, 17,5 x 24,5 cm

163 K

CrottiManz_manz_sans_titre_1998.jpg

Jean-Luc Manz, Ohne Titel, 1998, Klebefolie hinter Glas, Multiple, 31,3 x 25,3 cm, © Georg Rehsteiner

585 K