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«Quelquepart II», 2006, Videostill, Video, Ton, 30', Loop
«Quelquepart II», 2006, Videostill, Video, Ton, 30', Loop
«Quelquepart II», 2006, Videostill, Video, Ton, 30', Loop

Ingrid Wildi und Mauricio Gajardo

 

Quelquepart II

 

Das Videoessay «Quelquepart II» von Ingrid Wildi, das in enger Zusammenarbeit mit Mauricio Gajardo entstanden ist, basiert auf Interviews mit ägyptischen Kino-Operateuren. Die beiden Künstler stellen Fragen, die sich auf den Arbeitsalltag, das gesellschaftliche und kulturelle Leben ihrer Gesprächspartner beziehen, aber auch auf das Kino als Ort der sozialen Begegnung sowie als kulturelles Produkt und Produzent von Rollenmodellen: «Fühlst du dich von den Filmen, die du zeigst, vertreten? Wie wird der Unterschied von Realität und Fiktion vom Publikum rezipiert? Gibt es Leute, die das Kino nicht mögen?» Sie versuchen, sich damit behutsam an komplexe Themen wie Religion, Tradition, Sexualität, Wertvorstellungen und Konflikte der ägyptischen Gesellschaft heranzutasten.

 

Bewusst haben sie für ihre Interviews die jeweiligen Arbeitsorte ihrer Gesprächspartner ausgewählt: die Projektionskabinen. Es sind funktionale Räume, die nur schwach kulturell konnotiert sind und somit das Risiko reduzieren, in die Falle des eurozentrischen Blickes oder der Orientromantik zu tappen. Zudem spielt die durch das laute Rattern der Projektoren erschwerte Verständigung in den engen Kabinen auf die Schwierigkeiten der interkulturellen Kommunikation an. Die Tatsache, dass Fragen und Antworten jeweils von einer anwesenden Übersetzerin vom Französischen ins Arabische (und umgekehrt) übersetzt werden müssen, verlangsamt das Gespräch. Sie bietet zusätzlichen Raum für Missverständnisse und Interpretationen, welche die Künstler spielerisch in die Arbeit integrieren.

 

‹Nadia Schneider, Konservatorin für moderne und zeitgenössische Kunst, Musée d’art et d’histoire, Genf›

 

 

Ingrid Wildi

 

Geboren 1963 in Santiago de Chile, immigrierte 1981 in die Schweiz. Lebt und arbeitet in Genf und London.

www.ingridwildi.net

 

Ausbildung

1998–2000 Médias mixtes, École supérieure d’art visuel de Genève (heute HEAD)

1994–1997 Bildende Kunst, Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (heute ZHdK)

1985–1987 Bildende Kunst, Schule für Gestaltung Zürich (heute ZHdK)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Video-Essay, Installation

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2009 De Gerardo, video tank, Zürich

2008 Processing the Invisibles I., Galerie Traversée, München

2007 Historias breves, Museo de Arte Contemporáneo, Santiago de Chile, und Galería Gabriela Mistral, Santiago de Chile (Kat.)

2006 Quelquepart II, in Zusammenarbeit mit Mauricio Gajardo, Kunsthaus Glarus

2004 De palabra en palabra, Aargauer Kunsthaus und Centre d’Art Contemporain, Genf (Kat.)

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2009 Screaming and Hearing, 7th Mercosul Biennial, Porto Alegre, repräsentiert Chile

2008 Shifting Identities – (Schweizer) Kunst heute, Kunsthaus Zürich

2006 Reprocessing Reality, P.S.1 Contemporary Arts Center, MoMA, New York (Kat.)

Efecto Downey, Espacio Fundación Telefónica, Buenos Aires (Kat.)

2005 Shadows collide with people, mit Gianni Motti, Shahryar Nashat und Marco Poloni, Schweizer Pavillon, 51. Kunstbiennale Venedig (Kat.)

 

Publikationen (Auswahl)

2009 Portrait Oblique, Télévision Sans Frontières, Perpignan

2007 L’œil-écran ou la nouvelle image. 100 vidéos pour repenser le monde, Casino Luxembourg, Forum d’art contemporain

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2008 London Atelierstipendium, Aargauer Kuratorium

Premio de Honor, Biennal d’Eivissa, Museu d’Art Contemporani d’Eivissa-Ibiza (E)

2007 Fondart Prize, National Found for Art and Culture of Education Ministry of Chile

2003 Manor Kunstpreis Aarau

2001/2000/1999 Eidgenössischer Preis für Kunst

 

Ägyptenaufenthalt

2006 Kairo, drei Monate Projektaufenthalt mit Mauricio Gajardo, Video Quelquepart II, Pro Helvetia

 

 

Mauricio Gajardo

 

Geboren 1969 in La Serena (Chile), immigrierte 1973 in die Schweiz. Lebt und arbeitet in Genf.

www.journaldejogging.blogspot.com

 

Ausbildung

1989–1994 Médias mixtes, École supérieure d’art visuel de Genève (heute HEAD)

1984–1988 Graphisme en publicité, École des arts décoratifs de Genève (heute CFP AA)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Malerei, Video, Installation, Fotografie, Neue Medien

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2006 Quelquepart II, in Zusammenarbeit mit Ingrid Wildi, Kunsthaus Glarus

1993 Centre d’Art Contemporain, Genf

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2000 Au centre, l’artiste, Centre PasquArt, Biel (Kat.)

Sounding Snow, Centre pour l’image contemporaine, Genf

1995 Ateliers d’Artistes de la Ville de Marseille

Corps en scène, CAN Centre d’Art Neuchâtel

1994 Videoinstallationen Szene Schweiz, Kunsthaus Langenthal (Kat.)

1993 Sound and Vision, Visual Music zwischen MTV und Videokunst, Neues Kino, Basel

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2000 Berlin Atelierstipendium, mit Ingrid Wildi, Aargauer Kuratorium

1994 Eidgenössischer Preis für Kunst

 

Ägyptenaufenthalt

2006 Kairo, drei Monate Projektaufenthalt mit Ingrid Wildi, Video Quelque part II, Pro Helvetia

 

 

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