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«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop
«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop
«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop

Christoph Oertli

 

Tretet ein in die Kontinente

 

Ausserhalb von Luxor schwenkt der Blick langsam im Kreis. Es stehen Menschen einzeln oder in Gruppen in der Wüste. Vom Himmel herunter kommen Touristen in einem grossen, roten Ballon. Die Kamerasicht entspricht dem Blick eines Fremden, der sich umsieht. Ein paar Einzelheiten gleiten vorüber, ohne dass die ganze Situation wahrnehmbar wird. Der Blick wandert weiter auf der Wüstenoberfläche. Städtische Überbauungen werden sichtbar. In einer einzigen, langsam schwenkenden Einstellung wird eine Ankunft zusammengefasst, die Ankunft auf einem fremden Planeten, vermittelt in einer horizontalen Sicht, die nur allmählich etwas Distanz überwindet. Später ist es Nacht, Schauplatz ist Kairo, und das Leben dort ist dicht.

 

Das Video zeichnet Aktionsradien von einzelnen Menschen und Menschengruppen auf, es verfolgt Handlungslinien und versucht, eine Orientierung vorzunehmen. Zu Beginn ist es die Landung des fremden Objekts in der Weite der Wüste, ruhig überschaubar wie eine sorgfältige Inszenierung. Nach dem langen Schwenk multiplizieren sich die Bewegungen, als würden Infrarotwärmespuren eine wirre Geografie in den Raum zeichnen. Die durchaus realistischen Bilder sollen auch diese abstraktere Lesart zulassen, eine Art Vermessung in Linien, Flächen, Körpern und Dichte. Die klare Kamerabewegung zeugt von einem geführten Blick, als müsste sich der Beobachter vor etwas schützen: In Ägypten ist ein unmittelbares Eintauchen eines Fremden in lokale Begebenheiten kaum möglich. Die Position des Fremden ist immer isoliert. Dieser versucht, sich zuerst einmal eine Art System in seinem Handeln wie auch in seiner Wahrnehmung zuzulegen.

 

‹Christoph Oertli›

 

 

Christoph Oertli

 

Geboren 1962 in Winterthur

Lebt und arbeitet in Basel und Brüssel.

www.christophoertli.ch

 

Ausbildung

1992–1995 Studium Audiovisuelle Gestaltung, Schule für Gestaltung Basel (heute HGK FHNW)

1988–1990 Bühnenbildvolontariat, Schweizer Fernsehen, Zürich

1982–1987 Grafikfachklasse, Schule für Gestaltung Zürich (heute ZHdK)

 

Medien der künstlerischen Arbeiten

Video, Fotografie

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

2008 Aus dem Innenreich, Kunsthalle Winterthur

2008 Galerie Leclectic, Nouméa (Neukaledonien)

2004 Plan fixe, Galleria Laurin, Zürich

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2008 Regionale 9, Kunsthalle Basel

Monobandes, Galerie Les Territoires, Montréal

Cairoscape, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Berlin

2006 Galerie ArtCore, Slick Art Fair / FIAC, beide Paris

2005 Swiss Video Landscapes Today – Looped Sensations, Tokyo, Kyoto, Fukuoka, Nagoya, Kanazawa, Yokohama

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2008/03 Prix de la création vidéo, Vidéoformes, Clermont-Ferrand

2003/00 Werkbeitrag, Kunstkredit Basel-Stadt

2001 Paris Atelierstipendium des Kantons Basel-Stadt

1998 Förderpreis Film- und Videotage Basel

1998 Montréal Atelierstipendium, iaab Basel

 

Ägyptenaufenthalte

2008 Kairo, vier Monate Projektaufenthalt, Sindbad, in Zusammenarbeit mit dem Musiker Ahmed El Sawy, Pro Helvetia

2006 Kairo, drei Monate Artist-in-Residence, Pro Helvetia

 

 

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«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop

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«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop

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«Tretet ein in die Kontinente», 2009, Videostills, Video HDV, Ton, 9', Loop

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Ahmad El-Sawy und Christoph Oertli (Aegypten/Schweiz),«Sinbad - new voyages», 2009, ca. 50’, HDV

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Ahmad El-Sawy und Christoph Oertli (Aegypten/Schweiz),«Sinbad - new voyages», 2009, ca. 50’, HDV

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