Charlotte GyllenhammarThe Spectators 2003, Installation
In ihrer Installation The Spectators verwendet Charlotte Gyllenhammar die Projektion eines Ausschnittes aus den Archiven des schwedischen Nachrichtensenders über ein Entführungsdrama, das sie mit Skulpturen von Kleinkindern kombiniert.
Der kurze Filmausschnitt der Installation bezieht sich auf die Befreiung des 17-jährigen Paul Getty. Er war der Enkel eines amerikanischen Ölmagnaten und verbrachte fünf Monate in der Gefangenschaft seiner Entführer. Am 15. Dezember 1973 wurde er in der Gegend von Salerno, Italien, aufgefunden, frierend und ohne rechtes Ohr. Das Dokument zeigt Paul Getty beim Verlassen eines römischen Polizeireviers.
Charlotte Gyllenhammar konzentriert sich in The Spectators auf die Spannung zwischen der Realität und der Wahrnehmung, die sie durch das Filmdokument und den davor sitzenden Kindern visualisiert. Jemanden seiner Freiheit zu berauben ist ein sehr gewalttätiger Akt, der sich oft auf der Grenze zwischen persönlicher und politischer Sphäre abspielt. Die Politisierung des Aktes funktioniert über dessen Berichterstattung in den Massenmedien, eine der effektivsten Waffen unserer heutigen Zeit. Letztendlich geht es Charlotte Gyllenhammar in ihrer Arbeit um Verletzlichkeit und um die Macht, die Bilder über unsere eigenen Gedanken haben.
Viele der Installationsarbeiten der schwedischen Künstlerin beschäftigen sich mit dem bewegten Bild und dessen Wahrnehmung. Letztere findet in The Spectators auf mehreren Ebenen statt, einer historischen, einer von der Künstlerin durch die Figuren angedeuteten kindlichen und der Wahrnehmung des Betrachters (Spectator), der die Szene aus der Distanz als Ganzes oder aber beim Durchschreiten als aktiver Teilnehmer noch einmal anders wahrnimmt.
CHARLOTTE GYLLENHAMMAR studierte zunächst in den frühen achtziger Jahren am Göteborg Art College und später an der königlichen Kunstakademie in Stockholm sowie am Royal College of Art in London. Wichtige Einzelausstellungen hatte die schwedische Künstlerin 2008 in der SAK Gallery, Stockholm (B-Head); 2007 bei Swarovski Krystalwelten, Wattens; 2006 im Dep,art,ment, Stockholm (Hang); 2005 im Boras Art Museum und im Dunkers Kulturhus, Helsingborg (Private Idiot); 2004 im Kulturhuset, Stockholm (Private Idiot ) und 2003 im Moderna Museet, Stockholm (The Spectators). Charlotte Gyllenhammar hatte mehrere Aufträge für Skulpturen im öffentlichen Raum, darunter 2007 das Raoul Wallenberg Memorial im Auftrag der Stadt Göteborg oder 2006 Wonder für das Aussenministerium in Stockholm.
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