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Peter Sauerer, «Ortlind», 2012, Holz, bemalt, 25 x 16 cm; Courtesy: Thomas Rehbein Galerie, Köln

Katja Loher, «Timebubble», Videoskulptur 2011, mit Philip Glass, zwei synchronisierte, geloopte Videos, jedes 3 Min., mundgeblasene Glasblasen, eingebetteter Bildschirm, 36 x 36 x 25 cm; Fotografie: © F.X. Brun; Courtesy: Galerie Andres Thalmann, Zürich

Katja Loher, «Last supper?», 2013, Videoskulptur, fünf synchronisierte Videos, je 5:55 Min, geloopt, Tisch aus Kunstharz mit eingebettetem Bildschirm, 2 Stühle, Karaffe, 2 Gläser, 2 Hocker, 90 x 90 x 75 cm; Fotografie: © F.X. Brun; Courtesy: Galerie Andres Thalmann, Zürich

Peter Sauerer, «Kundus», 2012, Walnussschale / Holz, 4 x 3 x 3 cm; Courtesy: Thomas Rehbein Galerie, Köln

Peter Sauerer, «SAK I», 2013, Holz, Schnur, 6 x 15 x 3.3 cm; Courtesy: Thomas Rehbein Galerie, Köln

Katja Loher, «Collapsoscope», Videoskulptur, 2010, 55 cm Diameter. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Focketyn; Courtesy by the Artist

Heinrich Danioth, nach seinen Entwürfen: die Figuren «Gottvater» und «Tyyfel»; Fotografie: Archiv Jans

MINIVERSUM

9. März bis 19. Mai 2013

 

Katja Loher und Peter Sauerer 

 

Videoskulpturen treffen auf Holzminiaturen

 

 

art-tv: Das Kulturfernsehen im Netz

Filmbeitrag von Julia Martinez

 

 

SRF Schweizer Radio und Fernsehen: Reflexe, 9. April 2013

Zeitgenössische Kunst in der Provinz – Das Haus für Kunst Uri

Radiobeitrag von Alice Henkes

 

 

SRF Schweizer Radio und Fernsehen: Kulturplattform online

Das Haus für Kunst Uri: Überraschende Kunsterlebnisse in der Provinz

Beitrag von Alice Henkes

 

 

Katja Loher (*1979 in Zürich, Ausbildung in Genf und an der Hochschule in Basel, lebt seit 2004 in New York) projiziert ihre Videos auf die Oberfläche von grossen, glatten Globen, die mitten im Raum hängen. Die Künstlerin löst sich vom Monitor und der Black Box, in der Videos auf eine oder mehrere Wände projiziert werden, und inszeniert stattdessen ihre Werke als raumgreifende Videoskulpturen und Videoobjekte. Sie entstehen in ihrem New Yorker Atelier in enger Zusammenarbeit mit Tänzerinnen, Choreografinnen, Designern und Musikern. Loher nennt sie «Videoplanets» und «Miniversen». Die kleinformatigen «Miniversen» sind Kugeln, deren Innenseiten bespielt und der Aussenwelt durch Öffnungen erschlossen werden. Die Schaffung ihrer ästhetischen Wunderwelt ist sehr aufwändig.

 

Diese choreografierten Videoskulpturen stehen Peter Sauerer’s (*1958 in München, Steinmetzlehre, anschliessend Meisterschüler in München, DAAD-Stipendium in Wien, div. Förderpreise, lebt in Walleshausen, Bayern) meist in Holz geschnitzten Miniaturen gegenüber. Er klärt historische Zusammenhänge und schnitzt – sofern die Objekte, Bilder und Themen einer längeren Beschäftigung standhalten – spezielle, sorgsam ausgewählte Vertreter einer Gattung liebevoll nach, bemalt und zerlegt sie sodann, um sie im letzten Schritt der Bearbeitung mit Schnüren wieder zusammen zu nähen. Peter Sauerer erforscht die Welt, indem er sie sich durch die Miniaturisierung und Dekonstruktion aneignet. So liegen oftmals politische Ereignisse und Persönlichkeiten wie ein Puzzle vor ihm oder werden als Miniatur greifbar. Indem er Bekanntes zerlegt und wieder zusammen fügt, vollzieht er den Prozess des Bildnerischen nach, macht sich die Tektonik der Dinge zueigen und offenbart ihre Fragilität.

 

Zu seiner Werkschau hier im HfK Uri hat sich der deutsche Künstler Peter Sauerer einen «Schweizer Pass» besorgt, der unter anderem neuste Arbeiten mit Schweizer Bezug zeigt.

 

Publikation

 

 

Mehr zu Katja Loher und Peter Sauerer:

 

Katja Loher

 

Peter Sauerer

 

 

 

Im Danioth Pavillon sind die Marionettenfiguren des Urner Krippenspiels inszeniert und schaffen einen formalen und inhaltlichen Bezug zu Katja Lohers und Peter Sauerers Arbeiten.

 

Das Krippenspiel ist im Kriegswinter 1944 entstanden. Heinrich Danioth (1896–1953) hat die Weihnachtsgeschichte in die heimische Gegend verlegt und verwob sie mit der damaligen politischen Situation. Als Hauptfigur des Geschehens hat er einen Bergler und Wegknecht von Ruchalp gewählt. Der Braune (Hitler) und der Schwarze (Mussolini) treten als Teufelsgehilfen auf, und auf der Flucht vor dem Bösen suchen Fremde eine neue Heimat. Die meisten Privatautos waren lahmgelegt: Treibstoff, Ersatzteile und Geld fehlten. Neue Wagen konnten nicht eingeführt werden, weshalb ein ‹Amerikaner›, wie ihn sich der Wegknecht Joder im Krippenspiel wünscht, Seltenheitswert hatte.

 

Danioth schrieb das Spiel in Mundart – in Schriftdeutsch nur die Rollen: Gottvater, Engel und (teilweise) Teufel – und konzipierte es in der Urfassung als Marionettentheater, wozu er selber die Bühne entwarf. Die Figuren in Holz schnitt der Urner Bildhauer Eugen Püntener nach seinen Entwürfen, die Kostüme schuf die Künstlerin Erna Schillig.

 

Mehr dazu:

 

Danioth Pavillon